Tätowierung geht unter die Haut

Der Weg von Partikeln in den Körper
Der Weg von Partikeln in den Körper / Quelle: nature.com

Farbpigmente in Tattoos enthalten Nanopartikel

Neue Forschungsergebnisse über Pigmentablagerungen in der Haut nach Tätowierungen bringt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf den Plan. Deren Präsident, Professor Andreas Hensel, weist daraufhin, dass Nanapartikel sich ganz anders im Körper verhalten können als die bisher beobachteten Mikropartikel. Er hält weitere Forschungen angesichts des hohen Verbreitungsgrades von Tätowierungen für dringend notwendig.

Nanopartikel lagern sich in den regionalen Lymphknoten ab

Ein mehrköpfiges Forscherteam veröffentlichte im März 2017 in der Fachzeitschrift Nature eine Studie über die Verteilung von Tattoo-Partikeln im Körper. Sie entdeckten dabei Ablagerungen in den regionalen Lymphknoten. Schon länger ist bekannt, dass in der Tätowierungsfarbe Schwermetalle wie Nickel, Chrom, Mangan und Kobalt in Mikrogröße enthalten sind. Eine neue Methode der Untersuchung brachte die Erkenntnis, dass das Farbpigment Titandioxid (TiCO2) auch in Nanogröße in die Lymphknoten gelangt. Bisher wurden die Lymphknoten durch optische Färbung untersucht. Bei der aktuellen Forschungsarbeit kam die Röntgenfloureszenzanalyse zur Anwendung.

Der Weg des Titandioxids im Körper wird weiter erforscht

Als weiteren Schritt wollen die Forscher die Wege der Nanopartikel in andere Organe oder Gewebe verfolgen. Damit soll das gesundheitliche Risiko von Tätowierungen neu bewertet werden. Ebenfalls wollen die Forscher untersuchen, welchen Weg Titandioxid nimmt, wenn es von anderen Anwendungen über die Haut in den Körper gelangt, zum Beispiel über Hautkosmetik. Gerade tätowierte Hautoberflächen erweisen sich als Schwachstelle beim Schutz gegen Schadstoffe.
Lesen Sie auch die Veröffentlichung des BfR in einem Artikel bei IDW-Online.
Bildquelle: https://www.nature.com/articles/s41598-017-11721-z

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