Sieben Jahre bis zum Ausbruch

Der gefährlichste Gehirntumor wächst zunächst langsam

“Glioblastome sind die häufigsten bösartigen Hirntumoren beim Erwachsenen”, sagt Peter Lichter vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Sie wachsen unstruktiert in das Hirngewebe ein. Den Ärzten gelingt es in den wenigsten Fällen, den Tumor komplett zu entfernen. Die Gefahr einer Rückkehr gilt trotz Bestrahlung und Chemotherapie als sehr wahrscheinlich. Forscher im DKFZ errechneten nun anhand von mathematischen Modellen, dass sich der Tumor bereits bis zu sieben Jahre im Kopf langsam entwickelt haben könnte. Doch erst ein bestimmter Auslöser sorgt dafür, das ein ungebremstes Wachstum einsetzt.

Wenn der Genschalter für das Telomerase-Gen dauerhaft aktiviert wird

Verena Körber, die Erstautorin der Studie, erklärt die Zusammenhänge folgendermaßen: Während ihrer frühen Entwicklung weisen alle untersuchten Glioblastome mindestens eine von drei charakteristischen Erbgutveränderungen auf: Zugewinn des Chromosom 7, Verlust auf Chromosom 9p oder 10. Diese Chromosomen-Verluste- oder Zugewinne stehen im Zusammenhang mit bekannten, spezifischen “Treiber-Mutationen”, die die Krebsentstehung fördern. Das rasante Größenwachstum nehmen die Glioblastome erst dann auf, wenn zusätzlich eine Mutation den Genschalter für das Telomerase-Gen dauerhaft aktiviert. Das Enzym Telomerase sorgt dafür, dass die Krebszellen sich nun unendlich teilen können und nicht nach einer gewissen Zahl von Zellteilungen an ihr natürliches Limit kommen und absterben. In gesunden Zellen ist das Gen für die Telomerase daher in der Regel nicht aktiv. Während ihres exponentiellen Wachstums sammeln sich in den Krebszellen zahlreiche weitere Mutationen an.

Weitere Informationen

https://idw-online.de/de/news712598: Die Evolution von Hirntumoren
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1535610819301023 DOI: 10.1016/j.ccell.2019.02.007
https://microwavenews.com/news-center/gbm-frontal-and-tempral-lobes

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