Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 27.07.2017



Regenwassernutzung im privaten Haushalt

Bericht von einer Exkursion am 25.1.2014

Exkursion zu einer Regenwasseranlage

In den meisten Haushalten fließt Trinkwasser ökologisch unsinnigerweise die Toilette hinunter. Es liegt daher nahe, über eine Regenwassernutzungsanlage im eigenen Haus nachzudenken.

Doch gleich stellt sich die Frage: Lohnt sich denn der ganze Aufwand überhaupt? Bei Ansatz der zur Zeit gültigen Wasserpreise bleibt ökonomisch betrachtet derzeit nur ein "nein" übrig. Gottseidank aber werden nicht alle ökologischen Entscheidungen mit dem Geldbeutel betroffen. Und niemand glaubt ernsthaft, dass die Wasserpreise stabil bleiben...

 

Verbrauch

Kosten

Vorschriften

Erfahrungen

Links

Die Technik einer Regenwasseranlage

Annahme für einen 4-Personen-Haushalt
  • Grobfilterschacht
  • Regenwassersammelbehälter mit einem Fassungsvermögen von 9cbm
  • Rohrleitungssystem vom Fallrohr zum Grobfilterschacht
  • Rohrleitungssystem vom Sammelbehälter zur Hauswasseranlage
  • Stromkabel für Wasserstandsfühler + Außensteckdose für Pumpenanschluss
  • Rohrleitungen für Überlauf
  • Wasserstandsanzeige im Sammelbehälter
  • Feinfilter in Saugleitung zum Hauswasserwerk
  • Zusätzliche Regenwasserleitungen im Haus
  • Hauswasserwerk z.B. Elektra 1500 W
Schema eines Regenwassersammelschachts

 

Regenwasserverbrauch jährlich

im Haus für WC und Waschmaschine 55 m3 * 1,35 EUR = 74,25 EUR
außerhalb zum Gartengießen und Autowaschen   9 m3 * 2,75 EUR = 24,75 EUR
Gesamtersparnis ..........................= 99,00 EUR


Kosten der Regenwasseranlage

Die Gesamtherstellkosten dieser Anlage betrugen 3.000 EUR. Von der örtlichen Kommune wurden 250 EUR Zuschuss gewährt. Da hier ein hohes Maß an Eigenleistungen vorlag, liegen diese Kosten am untersten Limit. Ein Bauherr, der alle Installationsarbeiten fremd vergibt, muss mindesten von einem Betrag von 5.000 EUR ausgehen.
Es sei geraten, auf jeden Fall einen detaillierten Kostenvoranschlag machen zu lassen und eine Komplett-Leistungsvergabe anzustreben, da ansonsten Schnittstellenprobleme zwischen den auszuführenden Gewerken auftreten können.


Erfahrungen des Bauherren

  • Wer kein technisches Verständnis oder zumindestens Interesse mitbringt, sollte dieses Vorhaben lieber bleiben lassen.
  • Der Feinfiltereinsatz ist alle 3 Wochen mittels Wasser und Druckluft zu spülen.
  • Der Grobfilterschacht ist mind. dreimal jährlich bzw. nach Bedarf (Laubfall) mittels Hochdruck Reinigers, Tauchpumpe oder Nasssauger zu reinigen.
  • Die Zisterne ist mind. einmal jährlich zu reinigen (Geräte wie bei Grobfilterreinigung)
  • Regenwasser ist hoch korrosiv. Daher sollten Edelstahlrohre verwendet werden.
  • Das Hauswasserwerk ist akkustisch zu trennen, ansonsten entstehen Schallprobleme.