Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 25.09.2017


Bauherren sollten regionalem Holz eine Chance geben

Skandinavien als Impulsgeber

Der Holzbau feierte in den letzten zehn Jahren eine unerwartete Renaissance. Nicht zuletzt deshalb, weil es sich hierbei um einen ökologischen Baustoff handelt, der somit praktisch unbegrenzt vorhanden ist. Dies ist vorallem in Oberfranken leicht nachvollziehbar, da es sich um eine stark bewaldete Region handelt. Allerdings ist es falsch anzunehmen, dass das Bauen mit Holz schon allein ein Bezug zur Regionalentwicklung ist. Der mit Abstand größte unseres qualitativ hochwertigen Holzes wird aus unserer Region wegverkauft. Die Wiederbelebung des Holzhausbaues hat seine Wurzeln in Skandinavien und Nordamerika. Dort werden 90% aller Wohnbauten aus Holz gefertigt. Diese Länder liefern allerdings nicht nur anregende Beispiele und ihr "know how" sondern auch den Rohstoff Holz selbst, Plattenwerkstoffe und komplette Häuser zu uns. Der günstige Rohstoffpreis macht dies möglich.

Der Großhandel bietet in der Regel verleimtes Holz an

Holz aus der Region Wer nicht ohnehin schon z.B. ein "Schwedenhaus" kauft, ersteht in aller Regel unbewusst Furnierholzplatten, genannt BFU aus Amerika, OSB aus Schottland und verleimte Holzstücke und Balken aus den nord- und osteuropäischen Regionen. Dies hat für den Verarbeiter den Vorteil, dass dort Kurzholz zu langen Balken von 12 bis 16 m verleimt wird. So kann die bei uns erforderliche Bedarfslänge ohne Verschnitt gekappt werden. Ebenso entfallen größere Lagerhaltungsposten. Eine sofortige Zugriffsmöglichkeit ohne große Vorplanung ist möglich. Der Grund, weil sich hier viele Zimmereien dieses verleimten, trockenen Fremdholzes bedienen, ist nicht allein der Bequemlichkeit des Unternehmers zuzuschreiben. Vielmehr tragen Architekten und Bauherren dazu bei, indem sie heute das benötigte Holz bestellen und schon morgen ihr Haus mit trockenem Holz aufrichten wollen. Durch die langen Tranportwege wird dieser von Grund auf ökologische Baustoff letztlich dann zu einem Energieverschwender.

Das Holz nicht zerschneiden

Bei Einsatz von verleimtem Holz, hauptsächlich bei Sichtbalken von Decken und im Dachbereich, ist das Fehlen der Ganzheitlichkeit des Holzes unbestritten. Hierbei muss man sich die Frage stellen, warum ein Baumstamm von 15 bis 20 Meter Länge auf 4 bis 5 Meter gekürzt wird, um ihn daraufhin zu 12 bis 16 Meter langen Stangen zu verleimen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Holzmaserung an den Stoßstellen optisch nicht zusammenpasst.

Herkunftsnachweis von Holz fordern

Damit unser gutes Holz in der Region bleibt und somit nicht nur die Existenz von kleineren Sägewerksbesitzern gesichert ist, sondern auch die der Weiterverarbeiter wie Zimmerleute und Schreiner, ist es notwendig, dass der Endverbraucher regionales Holz fordert. Allein der Hinweis "Deutsche Fichte" reicht nicht aus. Sinnvoll ist es, einen Herkunftsnachweis über das verarbeitete Holz zu verlangen und sich direkt bei den Sägewerken zu informieren. Natürlich gibt es Holzbauer, die Material ausschließlich aus der Region beziehen. Diese Firmen fügen getrocknetes, rissarmes und wintergeschlagenes Vollholz zu einer einzigartigen Gesamtkonstruktion zusammen. Durch direkte Kontakte und kurze Transportwege wird diese ökologisch sinnvolle Wertarbeit erschwinglich. Hervorzuheben ist bei der Vorgehensweise dieser Firmen allerdings, dass die Hausbaukosten direkt in das Bauwerk und dessen Wert einfließen und nicht größtenteils an Vertreterprovisionen und Holztransportkosten verschwendet wird.

Linkempfehlung

Holz von hier - eine Initiative für regionale Holzströme