Baubiologie und Oekologie

Gesundes Wohnen und Arbeiten


Bayreuth, 27.02.2024

 

Gesundheitliche Probleme durch Mykotoxine in Innenräumen

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Übersicht über mykotoxinproduzierende Mikroorganismen -

Mykotoxine sind sekundäre Stoffwechselprodukte, die von verschiedenen Arten von Schimmelpilzen oder Bakterien produziert werden. Diese Toxine können eine Reihe von gesundheitlichen Problemen verursachen, einschließlich Immunsystemschwächung, neurologische Störungen, allergische Reaktionen und sogar Krebs. Für Baubiologen sind besonders die Arten von mykotoxinbildenden Schimmelpilze bedeutsam, die in Innenräumen wachsen. Zu den am häufigsten vorkommenden Arten gehören Aspergillus, Penicillium, Stachybotrys und Cladosporium.

Aspergillus

Aspergillus-Arten sind in Innenräumen weit verbreitet und können eine Reihe von Mykotoxinen produzieren. A. flavus und A. parasiticus sind bekannt für die Produktion von Aflatoxinen, die als hochkarzinogen eingestuft werden. A. fumigatus produziert Gliotoxin, das immunmodulierende Eigenschaften hat. Aspergillus versicolor ist eine weitere Art, die in Innenräumen vorkommt und Sterigmatocystin produziert, ein Toxin, das als Vorläufer von Aflatoxinen gilt und ähnliche gesundheitliche Risiken darstellt.

Penicillium

Penicillium-Arten sind ebenfalls in Innenräumen häufig anzutreffen. P. chrysogenum, einer der häufigsten Innenraumpilze, ist bekannt für die Produktion von Penicillin, aber auch von Mykotoxinen wie Roquefortin C und Meleagrin. >Penicillium brevicompactum produziert Mycophenolsäure, ein Toxin mit immunmodulierenden Eigenschaften.

Stachybotrys

Stachybotrys chartarum, auch bekannt als "Schwarzer Schimmel", ist ein weiterer Innenraumpilz, der Mykotoxine herstellen kann. Dieser Pilz produziert eine Gruppe von Toxinen namens Trichothecene, insbesondere Stachybotrys. Diese Toxine können Hautirritationen, Atemwegsprobleme und Immunsystemschwächung verursachen.

Cladosporium

Obwohl Cladosporium-Arten in der Regel als weniger toxisch angesehen werden, können sie dennoch Mykotoxine wie Cladosporin produzieren. Diese Toxine sind weniger gut charakterisiert, aber es gibt Hinweise darauf, dass sie allergische Reaktionen und Atemwegsprobleme verursachen können.

Weitere Gattungen

Andere Gattungen wie Trichoderma, Fusarium und Alternaria sind ebenfalls in Innenräumen anzutreffen, jedoch weniger häufig. Trichoderma-Arten können Peptaibole produzieren, Fusarium-Arten Zearalenon und Fumonisine, und Alternaria-Arten Alternariol und Tenuazon-Säure.

Bakterien als Mykotoxinproduzenten

Während Mykotoxine in erster Linie von Schimmelpilzen produziert werden, gibt es Bakterienarten, die in Innenräumen toxische Metabolite erzeugen können, die eine ähnliche Wirkung wie Mykotoxine haben. Actinomyceten sind eine Gruppe von grampositiven Bakterien, die in der Morphologie den Pilzen ähneln. Einige Actinomyceten können Verbindungen produzieren, die als Toxine wirken. Beispielsweise kann Streptomyces verschiedene sekundäre Metabolite erzeugen, die toxisch sind. Obwohl diese Bakterien in Innenräumen vorkommen können, besonders wenn es feucht ist, ist ihre Rolle bei der Bildung von Toxinen in solchen Umgebungen nicht gut charakterisiert. Diese Bakterien können, müssen aber nicht notwendigerweise Toxine produzieren. Verschiedene Faktoren, wie Lebensbedingungen, Nährstoffverfügbarkeit oder spezifische Stämme beeinflussen, ob und in welchem Ausmaß Toxine gebildet werden.

Gesundheitliche Auswirkungen und Risikobewertung

Die gesundheitlichen Risiken durch Mykotoxine in Innenräumen sind vielfältig und können von allergischen Reaktionen und Atemwegserkrankungen bis hin zu ernsthaften immunologischen und neurologischen Störungen reichen. Beispielsweise werden Aflatoxine als potentielle Krebserreger eingestuft. Die Risikobewertung für Mykotoxine in Innenräumen ist komplex und erfordert eine multidisziplinäre Herangehensweise, die Toxikologie, Mikrobiologie, Epidemiologie und Gebäudetechnik umfasst.

Zusammenfassung

Während Mykotoxine in erster Linie von Schimmelpilzen produziert werden, gibt es Bakterienarten, die in Innenräumen toxische Metabolite erzeugen können. Es ist deshalb wichtig, sowohl Schimmel als auch potenziell toxische Bakterien in Innenräumen zu erkennen, um die Gesundheitsrisiken zu minimieren. Bei Verdacht auf das Vorhandensein solcher Organismen sollte eine Raumluftmessung auf MVOC (Microbial-Volatile-Organic-Compounds) erfolgen und gegebenenfalls Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Weitere Informationen

www.baubiologie-regional.de/news/mvoc-stoeren-den-botenstoff-dopamin-im-gehirn-969.html





 


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