Mückenfledermäuse justieren ihren Kompass kurz vor Sonnenuntergang neu
Die kleinen und nur wenige Gramm schweren Tiere nutzen den Punkt, an dem die Sonne untergeht, um ihre Flugroute auch später in der Nacht bestimmen zu können. Ein internationales Forschungsteam um den Biologen Dr. Oliver Lindecke von der Universität Oldenburg konnte beobachten, dass bereits ein schwacher Impuls aus breitbandigen elektromagnetischen Störfeldern im Frequenzbereich von 10 Kilohertz bis 300 Megahertz ausreicht, um die Orientierung zu stören. In verschiedenen Versuchsanordnungen fanden die Forschenden heraus, dass die Tiere unter Elektrosmogeinfluss ohne Orientierung losflogen, während die unbefeldete Gruppe die bevorzugte Richtung schon beim Abheben wählte.
Zunehmender Elektrosmog stört die Tierwelt
Die Forschenden befürchten, dass die steigende weltweite Verbreitung drahtloser Technik die elektromagnetische Belastung erhöhen und damit das Zugverhalten von Wildtieren künftig zusätzlich beeinflussen könnten. „Die geltenden Grenzwerte sollen uns Menschen schützen, berücksichtigen aber nicht die Tierwelt“, sagt der Dr. Oliver Lindecke. Der Biologe empfiehlt weitere Forschung auf diesem Gebiet.
