Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 20.09.2020

 

Was 5G so gefährlich macht

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- Der Mobilfunkstandard der fünften Generation, kurz 5G genannt, wird nach den Vorstellungen der Entwickler zum Multitalent. Die Technik soll gleichzeitig die Aufgaben eines Rennautos und die eines Lastenesels übernehmen. Die Daten werden entweder in Echtzeit hin und her flitzen, z.B. beim autonomen Fahren oder bei der Maschinensteuerung in Industriebetrieben und mit Hilfe der Breitbandtechnologie sollen große Datenmengen transportiert werden. Andererseits steht das Sinnbild des Lastenesels für die Vernetzung von Millionen von Gegenständen ("things") auf einer verhältnismäßig kleinen Fläche. In diesem Fall stehen nicht die Datenmenge und die Geschwindigkeit im Vordergrund, sondern vielmehr die zuverlässige Vernetzung von Geräten bei geringem Energieverbrauch. Zur Erledigung dieser komplexen Aufgaben setzen die Entwickler auf neue Technologien. Die Auswirkungen auf die Gesundheit spielen bei den Überlegungen offensichtlich keine Rolle. Denn die weltweit hohen Grenzwerte, die nur den Aspekt der Körpererwärmung ins Feld führen, schaffen die Voraussetzungen für die unkontrollierte Verbreitung von Sendeanlagen.

5G-Funkwellen benötigen mehr Leistung

In Düsseldorf betreibt die Firma Vodafone einen 5G-Testbetrieb. Anlässlich der 10. EMF-Tagung in Bergisch-Gladbach gab der Referent ein Beispiel für die unterschiedliche Sendeleistung. Das 5G-Funksystem im Frequenzbereich von 3,5 GHz wird mit 141,5 Watt betrieben. Ein LTE-Funknetz bei 1800 MHz erreicht eine Leistung von etwa 50 Watt. Die EMF-Datenbank der Bundesnetzagentur gibt diesen Sachverhalt indirekt wieder, in dem sie genehmigten Sicherheitsabstände veröffentlicht. Der Interessierte vergleicht die Abstände der unterschiedlichen Anlagen in horizontaler und vertikaler Richtung und erhält dadurch Rückschlüsse auf die Sendeleistung. Beispiel: 5G 3500 MHz = 21,2 m horizontal, LTE 1800 MHz = 8,9 m horizontal.

Gepulste Signale bei Frequenzen von 3,5 Megahertz (MHz)

Im Frequenzband von 3,5 MHz verwendet die Funktechnik das sogenannte Zeit-Schlitzverfahren mit der Fachbezeichnung TDD (Time-Division-Duplex). Download- und Uploadbereich verwenden eine gemeinsame Frequenz. Damit sich die Datenströme nicht in die Quere kommen, muss das Signal in jeweils einer Richtung für wenige Millisekunden unterbrochen werden. Dadurch entstehen pulsartige Strukturen wie sie auch bei 2. Mobilfunkgeneration GSM bekannt sind. Die behördliche Messtechnik arbeitet mit Mittelwerten; der Fachbegriff dafür lautet "RMS=Root Main Square". Spitzenwerte durch Pulsung ergeben hingegen Immissionen, die um das zehn- bis zwanzigfache über dem RMS-Wert liegen können.

Die neue Antennentechnik verwendet "Beamforming"

Je höher die Sendefrequenz, desto kleiner können die Antennenelemente gestaltet werden. Durch eine intelligente Computertechnik lassen sich Elemente beliebig steuern und zu einem Strahlenbündel zusammenführen. Dieser Strahl ("Beam") wird gezielt in die Richtung des Mobilfunknutzers gelenkt. Die Radartechnik verwendet diese Art der gebündelten Abstrahlung schon lange. Aber dafür waren bisher große Sendestationen und ein hoher Energieeinsatz notwendig. Mit MIMO-Antennen und 5G funktioniert das Beamforming nun bereits bei kleinen Sendeanlagen im Frequenzbereich ab 2600 MHz. Radarstrahlung steht bekanntlich im Verdacht, bei Bundeswehrsoldaten Krebs ausgelöst zu haben.

5G macht einen Frequenzmix möglich

Bereits mit der LTE-Advanced-Funktechnologie ist es möglich, bei einer Funkaussendung mehrere Frequenzbereiche zu koppeln. So kann eine Nachricht z.B. aus Frequenzen von 800, 1500, 2200 und 2600 MHz zusammengesetzt sein. Ebenso besteht die Möglichkeit, Mobilfunk mit WLAN zu koppeln. Der Fachbegriff hierzu lautet "carrier aggregation". Aus gesundheitlichen Gründen wird das Frequenzgemisch als kritisch angesehen.

Kein Entkommen vor dem "Überallfunk"

Die Forderung von Wirtschaft und Politik lautet, überall im öffentlichen Raum eine flächendeckende Mobilfunkversorgung mit hoher Leistung anzubieten. Folgerichtig gibt es dann kein Entkommen mehr vor der allgegenwärtigen Funkstrahlung. An jeder Laterne könnte ein optisch nicht sehr auffälliger 5G-Sender befestigt sein und den "Überallfunk" abstrahlen. Eine schreckliche Vision, die nicht nur elektrosensible Menschen ängstigt.
Bildquelle: www.5g-anbieter.info 5G-Ausbau Stand Februar 2020

Weitere Informationen

baubiologie.net/publikationen/emv/
www.5g-anbieter.info/technik/beamforming.html
www.5g-ppp.eu
www.gsma.com
kompetenzinitiative.com/wissenschaft/5g-ein-experiment/
www.baubiologie-regional.de/glossar/elektrosmog





 


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