Baubiologie und Oekologie

Gesundes Wohnen und Arbeiten


Bayreuth, 14.12.2025

 

Warum für an Asthma erkrankte Menschen das Wohnumfeld wichtig ist

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Kennzeichen der Erkrankung -

Asthma bronchiale ist eine chronische Entzündung der Atemwege, die zu anfallsartiger Atemnot, Husten und Engegefühl in der Brust führt. Die Beschwerden können durch Reize wie Allergene oder Schadstoffe in der Raumluft ausgelöst oder verstärkt werden. Fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung in Europa ist betroffen. Die Krankheit beginnt meist in der Kindheit, aber auch Erwachsene können neu erkranken. Tendenziell nimmt die Erkrankung durch Umweltfaktoren, Allergien oder Luftverschmutzung zu. Bei den Betroffenen kommt es zu anfallsartiger Atemnot, pfeifender Atmung, Husten oft nachts oder frühmorgens, einem Engegefühl in der Brust oder einer reversiblen Einschränkung der Lungenfunktion.

Welche Stoffe im Wohnumfeld Asthma auslösen können

Die meiste Zeit verbringen wir in geschlossenen Räumen – besonders Kinder, ältere Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen. Schadstoffe und Allergene im Wohnraum können Asthma auslösen oder verstärken. Folgende Innenraumschadstoffe kommen als Auslöser für Asthmaerkrankungen in Frage:
  • Feinstaub in der Größe von PM 2,5 oder PM 10 ausgelöst durch Kochen, Rauchen, Kerzen oder Laserdrucker. Feinstaub reizt die Atemwege und verschlechtert die Lungenfunktion
  • Schimmelpilze durch feuchte Wände oder schlecht belüftete Räum können Allergien und Asthmasymptome auslösen
  • Allergene wie Hausstaubmilben oder Tierhaare in Teppichen, Betten oder Polstermöbel sind ebenfalls bekannt als Allergieauslöser
  • Leichtflüchtige chemische Stoffe, sogenannte VOC's in neuen Möbeln, Farben, Lacken oder Reinigungsmitteln reizen Atemwege und können Asthma verschlechtern
  • Tabakrauch in Raucherhaushalten durch Passivrauchen ist ein starker Risikofaktor für Asthmaanfälle
  • Stickstoffdioxid (NO₂) durch Gasherde oder Heizgeräte ohne Abzug verschärft die Bronchialreizung

Die Rolle von Holzschutzmitteln (HSM) bei Asthma

HSM sind chemische Substanzen, die Holz vor Pilzen, Insekten und Fäulnis schützen sollen. Sie wurden bis in die neunziger Jahre auch in Innenräumen eingesetzt, z.B. in Holzbalken, Fußböden, Wandverkleidungen, Möbeln oder in Dachausbauten. Pentachlorphenol (PCP), welches stark reizend und leberschädlich ist, kann Asthma verschärfen. Lindan ist ein Nervengift, welches selten direkt asthmarelevant ist, aber reizen kann. Permethrin ist ebenfalls reizend und kann allergische Reaktionen verstärken. DDT-haltige Produkte, vor allem im Osten Deutschlands bis zur Wende eigesetzt, haben eine hohe Langzeitwirkung. Holzschutzmittel in Verbindung mit Formaldehyd bieten eine ungute Mischung und sind stark atemwegsreizend. HSM können einerseits die Bronchialschleimhaut direkt reizen und Husten oder Engegefühl auslösen; sie können aber auch zu einer langfristigen Sensibilisierung mit allergieähnlichen Reaktionen führen.

Maßnahmen zur Vermeidung von Asthma durch Innenraumschadstoffe

Bei Verdachtsfällen für eine Kontamination ist eine professionelle Messung der Raumluft dringend zu empfehlen. Ergänzt werden kann die Luftprobe durch eine Untersuchung des Hausstaubs im Fachlabor. Regelmäßiges Stoßlüften von drei- bis fünfmal täglich sollte obligatorisch sein. Bei Verdacht auf Asthma ist ein striktes Rauchverbot nicht zu vermeiden. Feinstaub, Allergene oder VOCs können durch Einsatz von HEPA-Luftreinigern vermindert werden. Teppiche, Vorhänge und Stoffmöbel sollte nur sparsam eingesetzt werden. Muffiger Geruch in der Wohnung könnte durch Schimmel oder Bakterien verursacht sein. Duftsprays, Räucherstäbchen und chemische Reiniger sollten für Asthmabetroffene grundsätzlich tabu sein.

Hinweis: das Bild wurde mit KI generiert - Ähnlichkeiten sind rein zufällig






 


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