Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 20.09.2021

 

Gipsfaserplatten sind für Allergiker besser geeignet als OSB-Platten

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- Gipsfaserplatten (GFP) stehen zu Unrecht im Schatten von OSB-Platten. Sie finden im Innenausbau vielfältige Anwendung, entweder als mittragende und aussteifende Elemente oder zur Verkleidung von Bauteilen. Weiterhin sind sie brandsicher und gasen eine geringe Menge an Schadstoffen aus. Gipsfaserplatten erhalten ihre hohe Stabilität durch einen Zelluloseanteil von zwanzig Prozent, der hauptsächlich aus der Beigabe von recyceltem Papier gewonnen wird. Im Gegensatz zu ihren Verwandten aus der Gipsfamilie benötigen sie keinen Kartonanteil. Bekannte Vertreter sind die "Fermacellplatten" oder Produkte von Knauf. In Bezug auf Schallschutz punkten Gipsfaserplatten klar gegenüber Holzwerkstoffen. So erreichen zwei Lagen GFP von jeweils 12,5 mm die gleichen Schalldämmwerte wie spezielle Schallschutzplatten.

Schadstoffcocktail bei OSB-Platten möglich

OSB-Platten können Allergikern gesundheitliche Probleme bereiten. Dies liegt einerseits an den verwendeten Materialien, andererseits am Herstellungsverfahren. In OSB-Platten werden vorwiegend Nadelhölzer verarbeitet. Die darin enthaltenen Harze geben Terpene in die Raumluft mit teilweise deutlichen Überschreitungen der Richtwerte ab. Weiterhin sorgt der Herstellungsprozess bei Temperaturen zwischen 250 und 400 Grad Celsius dafür, dass sich Ameisensäure und Essigsäure aus der Zellulose abspalten und nach dem Einbau in die Raumluft gelangen. Als dritte Schadstoffgruppe ist der Austritt von höheren Aldehyden zu erwarten. Zusätzlich zur reizenden Wirkung kann eine starke Geruchsbelästigung auftreten, die in der Fachliteratur als "dumpf-ölig-essighaltig" beschrieben wird. Für den großflächigen Einbau sollten deshalb nur schadstoffgeprüfte Produkte mit Zertifikat verwendet werden.

Deutliche Preissteigerungen bei Holzwerkstoffen

Vor etwa zwei Jahren waren OSB-Platten in der Regel günstiger als Gipsfaserplatten zu bekommen. Doch die weltweit gestiegenen Holzpreise im Jahr 2021 haben die bestehende Kostenstruktur kräftig durcheinander gewirbelt. Ein aktueller Preisvergleich sieht die Gipsfaserplatten nun sogar im Vorteil. Wichtig ist es, bei den jeweiligen Produktgruppen die gleichen Materialstärken miteinander zu vergleichen und als Maßstab den Quadratmeterpreis herzunehmen.

Weitere Informationen

www.bausep.de/gipsfaserplatten/
www.eu-baustoffhandel.de/bauholz-zum-bauen/osb-platten-verlegeplatten/osb-platten-nf
www.befestigungsfuchs.de/blog/rigips-fermacell-vergleich/
www.arguk.de/news/news.html





 


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