Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 27.11.2022

 

Die neue Leselampe am Bett sorgt für unruhigen Schlaf

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Mit den neuen Möbeln begannen die Schlafstörungen -

Familie Loderer aus dem mittelfränkischen Ansbach zog innerhalb des Hauses in ein neues Schlafzimmer um. Passend dazu hatte sich das Ehepaar im Juni ein neues Doppelbett angeschafft. In dem ausgewählten Modell ist jeweils links und rechts am Kopfende eine Leselampe integriert. Sabine Loderer reagiert schon seit mehreren Jahren empfindlich auf Elektrosmog und hatte sich deshalb in den Stromkreis des alten Schlafzimmers einen Netzabkoppler einbauen lassen. Dieses Gerät unterbricht die Stromversorgung, wenn der letzte "Verbraucher" vom Netz gegangen ist. Im neuen Schlafraum fehlte diese Schutzeinrichtung noch. In den letzten Wochen bemerkte Frau Loderer, dass sie zunehmend schlechter schläft. Sie wollte der Ursache auf den Grund gehen und beauftragte den Baubiologen Oliver Zenkel mit einer Schlafplatzuntersuchung.

Überdurchschnittlich hohe elektrische Wechselfelder im Schlafbereich

Der Baubiologe wusste vor Beginn seiner Arbeit noch nichts von der Lampe. Routinemäßig platzierte er sein Messgerät NFA1000 im oberen Drittel des Bettes und las einen Wert von 15 Volt je Meter (V/ m) ab. Im Vergleich zum Standard der baubiologischen Messtechnik (SBM 2015) stellt das Messergebnis eine extreme Auffälligkeit dar. Bei Anwendung der potentialfreien Messmethode gilt erst ein Wert von kleiner 0,3 Volt je Meter als unauffällig. Der Messbereich zwischen 0,3 und 1,5 V/m wird gemäß SBM als "schwach auffällig" eingestuft. Sobald Zenkel das Messgerät näher an die Leselampe brachte, stieg der Messwert stark an und erreichte im Abstand von zehn Zentimetern einen Spitzenwert von 236 Volt je Meter. Die Ursache war somit eindeutig erkannt. Die Lampe sollte während der Nachtruhe vom Stromnetz getrennt werden. Am einfachsten geschieht dies mit einem Kippschalter und einer integrierten Kontrollleuchte.

Theoretische Grundlagen zu elektrischen Felder

Niederfrequente elektrische Wechselfelder, so die vollständige Bezeichnung, entstehen in Anwesenheit unterschiedlicher elektrischer Potentiale bzw. elektrischer Spannung. Die elektrische Feldstärke entspricht deshalb dem räumlichen Gefälle des Potentials. Im häuslichen Umfeld werden elektrische Felder durch die im Gebäude installierten Stromleitungen, durch angesteckte elektrische Geräte und unter Umständen auch durch Stromleitungen von außerhalb der Wohnung verursacht. Laien wissen oft nicht, dass es für die Entstehung elektrischer Felder nicht notwendig ist, dass elektrischer Strom fließt. Mit anderen Worten: die Spannung entsteht bereits, wenn sich das Gerät mit dem Stecker im Stromkreis befindet.

Die potentialfreie Messung beugt Messfehlern vor

Bei der Messung von niederfrequenten elektrischen Wechselfeldern ist die Erfahrung von Baubiologen wichtig, denn die Werte können durch leitfähige Gegenstände beeinflusst und "verzerrt" werden. E-Feldstärkemessungen sind mit großer Sorgfalt und Sachkenntnis durchzuführen, da das Messequipment selbst und die Messperson das Ursprungsfeld verändern können. Deshalb reduzieren potentialfreie Messverfahren, wie beispielsweise solche mit dem NFA1000 oder dem ROM-Würfel, die Messfehler weitgehend. Der Vorteil von niederfrequenten Feldern gegenüber Funkwellen besteht darin, dass die Feldstärke in einem Abstand von mindestens einem Meter stark abnimmt. Dennoch sollten Nachttischlampen während der Schlafphase aus Gründen der Gesundheitsvorsorge vom Stromnetz getrennt werden.
Die Namen wurden geändert

Weitere Informationen

www.baubiologie-regional.de/firmen/

www.umweltmesstechnik-bayreuth.de/mediathek/baubiologische-richtwerte.php

www.ecolog-institut.de/wp-content/uploads/2017/12/EMF-Handbuch_Komplett.pdf





 


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