Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 23.07.2018

 

Wie beeinflusst das Wetter unsere Gesundheit ?

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Wie beeinflusst das Wetter unsere Gesundheit ?
23.03.2012 - (Bayreuth) Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft Wohn- und Baubiologie Heidelberg referierte der Meterologe Walter Sönning aus Icking über Zusammenhänge von Wetteränderungen und gesundheitlichen Auswirkungen. Er führte aus, das die Erforschung des Wettereinflusses auf den Menschen eine lange Tradition hat. Bereits in der Antike waren Wissenschaftler bestrebt, den biotropen Wetterfaktor zu erforschen.

Im Laufe der Zeit hat sich in der ärztlichen Praxis die Verwendung des 6-teiligen Tölzer Wetterphasenschema bewährt: 1 = mittleres Schönwetter, 2 = gesteigertes Schönwetter, 3 = föhnig, übersteigertes Schönwetter, 4 = aufkommender Wetterumschlag, 5 = vollzogener Wetterumschlag, 6 = Wetterberuhigung. In Ergänzung mit den „Königsteiner Wettervorgängen“ ergab sich eine Beziehung von Wetter und Krankheiten.

Besonders die in der Phase 4 auftretenen Symptome gelten als gut gesichert: Suizid, Herzinfarkt, entzündliche Prozesse, Amputationsschmerzen, Veränderung der Reaktionszeit.

Walter Sönnig machte aber deutlich, dass der Wetterfaktor den individuellen Gesundheitszustand lediglich mit einer verstärkenden oder abschwächenden Tendenz überlagert. Eine eigenständige Wetterkrankheit ist hingegen nicht nachweisbar. Bei wetterempfindlichen Menschen ist von einer bestehenden Vorschädigung auszugehen.

Wissenschaftliche Untersuchung des Wettereinflusses in der Druckbranche der 60er Jahre

Auslöser für ein tieferes Einsteigen in die Medizinmeteorologie waren für Sönning die Forschungsarbeiten von Hans Baumer, welcher die Probleme eines Druckherstellers bei bestimmten Wetterlagen systematisch untersuchte. In den sechziger Jahren wurde für Vierfarbdrucke nach dem Rakel-Tiefdruckverfahren eine Folie aus Dichromat-Gelatine verwendet. Eine Eisen-3-chlorid-Lösung sollte durch die Folie auf eine Kupferplatte diffundieren und für die Farbgebung der Zeitschriften sorgen. Bei bestimmten Wetterlagen ergab sich eine Verkürzung oder Verlängerung der standardisierten Diffusionszeit. Diese geringsten Veränderungen des Diffusionsverhaltens sorgte für eine fehlerhafte Farbwiedergebung und hatten die Wiederholung des gesamten Druckvorgangs mit allen wirtschaftlichen Nachteilen zur Folge.

Offizielle Wetterdienste konnten keine Lösung anbieten. Deshalb baute sich Hans Baumer eine eigene Empfangsantenne für die magnetischen Anteile der langwelligen Strahlung. Die Konstruktion sollte in der Lage sein, sowohl die horizontalen als auch die vertikalen Wellen zu messen.

Nach jahrelangen Messungen und Vergleichen mit den Auswirkungen auf das Diffusionsverhalten der Gelatine konnten vier Abhängigkeiten herausgefunden werden:

• Eine sinusähnliche Wellenform mit abnehmenden Amplituden (siehe Bild oben links)
• die magnetische Polarisation, entweder vertikal oder horizontal
• die Frequenz
• die Pulsung oder Taktfrequenz der Wellen

Das auffällige Frequenzspektrum reichte von 4 bis 30 Kilohertz mit ausgeprägten Spitzen von 10 und 28 kHz. Der Bereich von 3 bis 15 kHz war horizontal polarisiert und wurde 10 kHz-Band genannt, der Bereich von 18 bis 33 kHz ist vertikal polarisiert und wurde 28 kHz-Band bezeichnet. Das 10 kHz-Band steht im Zusammenhang mit horizontal gerichteten Warmluftströmungen unter stabilen Schichtungsbedingungen an der Tiefvorderseite, das 28 kHz-Band mit vertikal-turbulenten Austauschprozessen in der labil geschichteten Kaltluft an der Tiefrückseite.

Drucktechnisch gesehen bedeutete das dominierende Auftreten des 10 Hz-Bandes eine zu flache Ätzung im Tauchbad, d. h. eine Stabilisierung der Dichromat-Gelatine-Membran verbunden mit einer Diffusionszeitverkürzung. Die gegenteilige Aussage ergab sich bei Dominanz des 28 KHz-Bandes: Labilisierung der Membran, Diffusionszeitverkürzung und zu tiefe Ätzung. Mit diesem Wissen erfolgte ein steuernder Eingriff in den Diffusionsvorgang.

Umsetzung der Erkenntnisse aus der Druckindustrie in die Medizinforschung

Aufgrund der statistischen Unterlagen aus jahrhunderterlanger Medizinmeteorologie und den Forschungen von Hans Baumer zeichnen sich für Hans Sönning zwei wesentliche Zusammenhänge zwischen Wetter und Gesundheit auf:

1) Bei Zufuhr stabil geschichteter subtropisch/tropischer Warmluft aus südwestlichen Richtungen an der Tiefvorderseite herrschen hypotone Reaktionsformen vor. Hypoton bedeutet Spannungs- oder Druckverminderung, z.B. bei Absinken des Blutdruckes.

2) Wenn labil geschichtete polare Kaltluft an der Tiefrückseite nachfließt, sind spastisch hypertone Reaktionen überdurchnschnittlich oft zu erwarten. Hyperton heißt erhöhte Spannung, z.B. erhöhter Blutdruck, spastisch = eingeschränkte Muskelbeweglichkeit durch eine Spannungserhöhung.

Bestehen Zusammenhänge zwischen Wetter und Mobilfunk ?

In den 80er und 90er Jahren forschten mehrere Arbeitsgruppen am Max-Planck-Institut für Biochemie unter der Leitungen von G. Ruhenstroth-Bauer an Gewebeproben, Mikroorganismen anhand der Erkenntnisse von Hans Baumer. Obwohl sich regelmäßig positive und teils hochsignifikante Erebnisse ergaben, wurde dieser Forschungsansatz nie konsequent zu Ende gebracht und kam sich schließlich zum Erliegen.

Die Aussage von Baumer, dass die Amplitudenhöhe als biotroper Faktor keine Rolle spiele, ist im Hinblick auf die gesundheitlichen Auswirkungen des Mobilfunks zu hinterfragen. Wie oben bereits dargelegt, spielen die Art der Pulsung und die Frequenzusammensetzung als biotroper Wetterfaktor eine wichtige Rolle.

Erwähnt werden soll auch, dass die an der Gelatine ausgelösten Reaktionen energetisch als nichtthermisch einzustufen sind. Wie die Schwermetalle in der Dichromat-Gelatine das Diffusionsverhalten verändern, könnte auch im Hinblick auf die Mobilfunkproblematik interessant sein.

Vertiefende Literatur: Sönning in UMG 2007-3 und Sönning/Baumer in UMG 2008-01






 


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