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Bayreuth, 21.11.2017

 

Was weiß der Bürger über Mobilfunk ?

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Was weiß der Bürger über Mobilfunk ?
09.07.2011 - Mitglieder des Netzwerks Risiko Mobilfunk Oberfranken nutzten die Mobilfunkaktionstage, um sich ein Bild vom Kenntnisstand der Bürger über die Funktechnik zu verschaffen. In Hof, Bayreuth und Lichtenfels waren die Bürgerinitiativen mit Infoständen präsent. Der nachfolgende Artikel zeigt auf, was die Menschen aktuell vom Thema Mobilfunk halten und welches Grundlagenwissen vorhanden ist.

Ihr habt ja doch alle Handys !

Zugegeben, die Ziele der Mobilfunkkritiker sind nicht einheitlich: Die Puristen haben kein Mobiltelefon und vermeiden die Funktechnik wo es nur geht. Andere wiederum setzen das Handy sparsam ein, wollen aber nicht ganz auf die Technik verzichten. Einig sind sich alle in der Forderung nach minimaler Funkbelastung durch Mobilfunksender und nach Verwendung von kabelgebundenen Kommunikationslösungen im Privathaushalt und im Büro. Bürgermeister und Verwaltungsfachleute werden von den Bürgerinitiativen aufgefordert, kommunale Standortkonzepte mit dem Ziel zu entwickeln, eine Strahlungsminimierung im Sinne einer Gesundheitsvorsorge zu erreichen.

Strahlen Schnurlostelefone im häuslichen Bereich ebenfalls ?

Schnurlostelefone nach DECT-Standard sind beträchtliche Strahlungsquellen im Haus. Die Emissionswerte von Mobilfunksendern außerhalb werden in den meisten Fällen von den hausinternen Geräten überschritten. Diese Tatsache ist in der Bevölkerung kaum bekannt. Ein Risiko wird eher in den Mobilteilen gesehen, die Basisstation ist grundsätzlich eher nicht „verdächtig“. Langsam spricht es sich herum, dass strahlungsarme Schnurlose im Handel angeboten werden. Die Unsicherheit besteht darin, das richtige Fabrikat zu finden. Auf die Verkäufer in Elektronikfachgeschäften ist leider oft nicht Verlass.

Zudem ist der Begriff „strahlungsarm“ in zweierlei Hinsicht zu beachten: a) muss die Basisstation selbständig abschalten, wenn nicht telefoniert wird und b) muss das Mobilteil die Strahlung je nach Empfangsqualität wie beim Handy herunterregeln können. Als besonders schwerwiegend wurde bewertet, dass schnurgebundene Telefone in Einzelfällen gar nicht mehr im Handel angeboten wurden !

Welche aktuellen Informationen zum Mobilfunkrisiko liegen vor ?

Bei dieser Frage konnten die Mobilfunkkritiker aus dem Vollem schöpfen. Sowohl die Weltgesundheitsbehörde (WHO) als auch der Europarat warnten in Stellungnahmen Ende Mai vor der unkontrollierte Anwendung der Funktechnik. In der Mitgliederzeitung des Netzwerkwerks Risiko Mobilfunk Oberfranken vom Juni 2011 wird über die oben genannten Pressemeldungen berichtet: www.mobilfunk-oberfranken.de/download/grenzwert201106.pdf

In der Erklärung des Europarates vom 27. Mai 2011 werden die europäischen Regierungen aufgefordert, alles Erdenkliche zu tun, um die Strahlenbelastung durch elektromagnetische Felder insbesondere bei Kindern und Jugendlichen zu reduzieren. Den Regierungen werden konkrete Sofortmaßnahmen vorgeschlagen, wie z.B. Aufklärungskampagnen für Kinder und Jugendliche, eine Handyerziehung mit dem Ziel, den Gebrauch strikt einzuschränken und ein WLAN-Verbot an Schulen. Ebenfalls gefordert wird die Anerkennung der athermischen Wirkungen der Mikrowellenstrahlung und die sich daraus ergebende zwingende Senkung der Grenzwerte und eine sofortige Vorsorgepolitik.

Was kann ich als Bürger tun, um den Antennenwildwuchs zu beschränken ?

Mobilfunkkritische Bürgerinitiativen brauchen breite Unterstützung aus der Bevölkerung. Das aktive Engagement in einer Gruppierung vor Ort sorgt für das notwendige politische Gewicht im kommunalen Bereich. Jeder Bürger sollte die Möglichkeit nutzen, das vorhandene Informationsmaterial weiter zu verbreiten, um auf Politiker, Lehrer und Ärzte einzuwirken. Im familären Bereich ist die Vorbildfunktion wichtig. Wer als Erwachsener selbst ständig mobil telefoniert, wird seine Kinder nicht zu einem sparsamen Umgang mit dem Handy bewegen können.

Joachim Weise

http://www.mobilfunk-oberfranken.de