Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 20.09.2017

 

Was hat Schimmel im Sommer mit dem Klimawandel zu tun?

Share on Facebook Share on Twitter Share on Google+
Was hat Schimmel im Sommer mit dem Klimawandel zu tun?
12.08.2014 - Der Zusammenhang zwischen Schimmelentstehung im Sommer und dem Klimawandel ist auf Anhieb schwer zu erkennen. Mit einigem physikalischen Grundwissen im Gepäck lässt sich in der eigenen Wohnung viel Ärger vermeiden: Schimmelpilze brauchen zum Wachsen Feuchtigkeit und eine Nahrungsgrundlage. Feuchtigkeit entsteht nicht nur durch einen direkten Wassereintritt, z.B. aufgrund eines Rohrbruches, sondern auch durch eine zu hohe relative Luftfeuchtigkeit in der Wohnung. Wenn die feuchte Luft an kühlen Stellen im Raum kondensiert, wird damit die Basis für Schimmelwachstum geschaffen.

Hohe Luftfeuchtigkeit und kühle Wände

Die schwülen Sommertage im Juli 2014 brachten feuchte Luftmassen in die Wohnungen und Häuser. Besonders in Kellerräumen entsteht hier ein Problem: die feuchtwarme Luft kondensiert an kühlen und glatten Flächen. Können die großen Oberflächen, wie Wände und Decken aufgrund ihrer zu geringen Hygroskopizität den Wasserdampf nicht aufnehmen, schlägt sich dieser an anderen Einrichtungsgegenständen nieder, z.B. an Möbeln, Aktenordner, Pappkartons und Schuhen. Bieten diese Oberflächen dem Schimmelpilz genügend Nahrung an, wird der sich liebend gerne ausbreiten.

Hygroskopische Oberflächen schaffen

Bereits bei der Hausplanung ist zu bedenken, dass Untergeschosse einen problematischen Wohnraum darstellen. Meistens befinden sich Wasseranschlüsse, Heizungen, Waschräume und Wohnräume auf gleicher Ebene. Wasserschäden aufgrund extremer Niederschläge oder Rohrbrüche sind nicht auszuschließen. Zudem ist die Oberflächentemperatur von Wänden und Decken niedriger als in den anderen Etagen des Hauses. Wer trotz dieser Bedenken im Untergeschoss Wohnraum anbieten will, sollte auf hygroskopische Oberflächen achten. Lehmputze schaffen erfahrungsgemäß die besten Voraussetzungen für ein ausgeglichenes Raumklima. Reine Kalkputze sind eine Alternative zum Lehmputz. Mit ihren porösen Materialeigenschaften können sie Wasserdampf ebenfalls gut zwischenspeichern. Dielenböden aus Vollholz nehmen mehr Wasserdampf auf als ein kunstharzbeschichteter Bodenbelag.

Raumluftfeuchte permanent kontrollieren

Wer bereits unter einer Schimmelbesiedelung zu leiden hatte, wird den Rat gerne annehmen. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte mit einem Hygrometer permanent überprüft werden. Elektronische Hygrometer sind zu bevorzugen, da sie schneller auf Feuchtigkeitsschwankungen reagieren als mechanische Messgeräte. Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von größer 65% sollte bereits eine kontrollierte Entfeuchtung mit einem Trocknungsgerät einsetzen. Das Lüftungsverhalten ist im Sommer besonders wichtig: eine Querlüftung erfolgt immer dann, wenn die Außenluft kühl und trocken ist. Warme und feuchte Außenluft sollte man hingegen nicht in das Untergeschoss lassen.

So schließt sich der Kreis zwischen Schimmel und Klimawandel

Klimaforscher prognostizieren zunehmend heiße und schwüle Sommer. Insofern kommt einer sorgfältigen Planung von Wohnräumen und einer permanenten Überwachung der relativen Luftfeuchtigkeit eine große Bedeutung zu.

Weitere Informationen zu Schimmel: