Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 20.01.2018

 

WLAN-Funkwellen sollen Mauern durchdringen

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WLAN-Funkwellen sollen Mauern durchdringen
19.11.2014 - Zwei Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) schlagen vor, WLAN-Netzwerke zur Unterstützung des Datenfunks technisch aufzuwerten und kostenlos anzubieten. Dafür wollen sie die bisherigen Frequenzen des analogen Radios frei machen und die Sendeleistung erhöhen. Bisher sendet WLAN im Frequenzbereich von 2.400 MHz und mit einer maximalen Sendeleistung von 100 Milliwatt. WLAN ist für den Nahbereich bis ca. 500 Meter konfiguriert. Die KIT-Forscher wollen nun den Datenfunk bis in die Häuser hinein bringen. Die Funkwellen sollen genug Energie bekommen, um Mauern zu durchdringen.

Minimierungsgebot wird auf den Kopf gestellt

Das Minimierungsgebot "As Low As Reasonably Achievable", abgekürzt ALARA-Prinzip, wird damit ausgehebelt. Bürgerinitiativen und Verwaltungsmitarbeiter bemühen sich, im lokalen Bereich durch kommunale Standortkonzepte die Funkbelastung möglichst niedrig zu halten. Das Bundesamt für Strahlenschutz rät auf seiner Webseite zum vorsichtigen Umgang mit der Mobilfunktechnik, da insbesondere bei der Gruppe von Kindern und Jugendlichen nicht alle Risiken erforscht sind. Das Verschieben von WLAN-Technik in Frequenzbereiche unter 100 Megahertz stellt die Bemühungen um eine niedrige Feldbelastung auf den Kopf.

Öffentliche Forschungsgelder für technische Anwendungen

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist sowohl Universität als auch Forschungseinrichtung. Mit 9.400 Mitarbeitern und 24.000 Studierenden ist es eine große öffentliche Einrichtung. Forschungsgelder fließen zuhauf in technische Anwendungen. Als Ergebnis werden immer neue Funkanwendungen geboren, die das Leben auf den ersten Blick bequemer erscheinen lassen. Bei allen Forschungszielen im technischen Bereich wird der Gesundheitsgedanke komplett ausgeblendet. Für die Folgenabschätzung von Mobilfunkwellen auf die Gesundheit von Mensch, Tier und Pflanzen stehen keine Mittel bereit.

Mobilfunkforschung nur im Kleinen und von Privat

Wie oben erwähnt, versagt der öffentliche Forschungsapparat in Sachen Mobilfunk und Gesundheit vollkommen. Private Initiativen lassen es sich nicht nehmen, kleine Forschungsprojekte zu initiieren bzw. zu unterstützen. Der praktische Arzt Dr. Horst Eger aus Naila publiziert regelmäßig trotz knapp bemessener Freizeit in der Fachzeitschrift Umwelt-Medizin-Gesellschaft, abgekürzt UMG, wissenschaftliche Artikel zu Gesundheitsrisiken der Mobilfunktechnik. In der Dezemberausgabe vom UMG ist wieder ein interessanter Beitrag von ihm zu erwarten. Dr. Cornelia Waldmann-Selsam aus Bamberg dokumentiert unermüdlich die Baumschäden in der Nähe von Mobilfunkstandorten. Ihr Bildmaterial ist in den letzten sechs Jahren beträchtlich angewachsen. Im Rahmen der Expertentagung des Verbandes Baubiologie am 29. November 2014 stellt sie ihre aktuellen Forschungsergebnisse vor.

Links zum Thema

Pressemeldung in idw-online: Studie plädiert für Super-WiFI
Originalartikel von Jens Elsner, Arnd Weber in sciencedirect.com
Reduzierte Fruchtbarkeit und Missbildungen unter Mobilfunkstrahlung
Baumschäden im Umkreis von Mobilfunksendeanlagen






 


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