Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 26.09.2017

 

Vollholz muss nicht aus einem Stück sein

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Vollholz muss nicht aus einem Stück sein
22.10.2011 - Jeder naturverbundene Bauherr möchte für sein Haus oder Möbelstück am liebsten massives Holz aus einem Stück und dazu noch unbehandelt. Der Begriff „Vollholz“ wurde aber gemäß einer Verbändevereinbarung zwischen dem Bund Deutscher Zimmermeister und der Überwachungsgemeinschaft Konstruktionsvollholz erweitert. Somit können aus mehreren Stücken zusammengesetzte Holzprodukte ebenfalls unter dem Begriff Vollholz im weiteren Sinne angeboten werden. Keilzinkung ist der Fachausdruck für diese Art der Holzverbindung. Die Enden werden kammartig verzahnt und schließlich miteinander verleimt.

Dies hat für den Verarbeiter den Vorteil, dass Kurzholz zu langen Balken von 12 bis 16 m zusammengefügt wird. So kann die in Europa erforderliche Bedarfslänge ohne Verschnitt gekappt werden. Ebenso entfallen größere Lagerhaltungsposten. Eine sofortige Zugriffsmöglichkeit ohne große Vorplanung ist möglich.

Bei Einsatz von verleimtem Holz, hauptsächlich bei Sichtbalken von Decken und im Dachbereich, ist das Fehlen der Ganzheitlichkeit des Holzes allerdings unbestritten. Hierbei muss man sich die Frage stellen, warum ein Baumstamm von 15 bis 20 Meter Länge auf 4 bis 5 Meter gekürzt wird, um ihn daraufhin zu 12 bis 16 Meter langen Stangen zu verleimen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Holzmaserung an den Stoßstellen optisch nicht zusammenpasst.

Der Grund, warum sich viele Zimmereien des verleimten, trockenen Holzes bedienen, ist nicht allein der Bequemlichkeit des Unternehmers zuzuschreiben. Vielmehr tragen Architekten und Bauherren dazu bei, indem sie heute das benötigte Holz bestellen und schon morgen ihr Haus mit trockenem Holz aufrichten wollen.

Eine andere Art der Holzverbindung ist Brettschichtholz, welches früher als Leimholz bezeichnet wurde. Darunter versteht man aus mindestens drei Brettlagen und in gleicher Faserrichtung verleimte Hölzer. Sie werden vorwiegend dort verwendet, wo hohe statische Beanspruchung gefordert ist. Binder aus Brettschichtholz werden als Brettschichtbinder oder Leimbinder bezeichnet.

Allen oben genannten Holzverbindungen ist gemeinsam, dass die Kleber je nach Konzentration und Art der chemischen Zusammensetzung Schadstoffe in die Raumluft abgeben. Als Stichworte seien Formaldehyd, Phenole oder Isocyanathe genannt.

Der Holzkunde sollte daher stets nachfragen, welche Entwicklungsschritte das Holz gegangen ist, d. h. vom Einschlag im Wald bis zum fertigen Produkt.