Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 14.12.2017

 

Verursachen Photovoltaikanlagen Elektrosmog ?

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29.12.2003 - Mitglieder der Mailingliste Elektrosmog berichten über aktuelle Probleme. Die Mailingliste „Elektrosmog" wird von Baubiologie Regional kostenlos angeboten. Über 200 Mitglieder diskutieren über aktuelle Themen vom Radiowecker am Schlafplatz bis zu gesundheitlichen Auswirkungen der UMTS-Technologie.

Die Frage, ob Photovoltaikanlagen Elektrosmog verursachen muss grundsätzlich mit „Ja" beantwortet werden. Wie bei jeder Elektroinstallation und jedem elektrischen Gerät entstehen elektrische und magnetische Felder.

Elektrische Gleichfelder:
Da die Solarmodule Gleichstrom erzeugen, besteht bei Lichteinfall zwischen der + und der - Leitung des Solargenerators ein elektrisches Gleichfeld. Diese beiden Leitungen sollten (auch aus Blitzschutzgründen) relativ nahe beieinander verlegt werden. Durch diese räumliche Nähe und der vorgeschriebenen Erdpotentialfreiheit ist das elektrische Gleichfeld nur sehr nahe an den Solarmodulen und den Gleichstromleitungen meßbar. Elektrische Gleichfelder sind zudem elektrobiologisch erst ab einer sehr hohen Spannung bedenklich. Nach dem baubiologischen Standard gilt eine Luftelektrizität bis 500V/m als schwache Anomalie.

Magnetische Gleichfelder:
Das magnetische Gleichfeld schwankt bei einer Photovoltaikanlage mit der Sonneneinstrahlung. Als Installationsempfehlung gilt sinngemäß das Gleiche wie bei den elektrischen Feldern. Nach dem baubiologischen Standard gilt eine magnetisches Gleichfeld bis 2 µT als schwache Anomalie. Problematisch sind magnetische Gleichfelder vor allem dann, wenn sie Eisenteile in der Nähe eines Schlafplatzes oder gar im Bett magnetisieren.

Elektrische Wechselfelder:
In einer Solarstromanlage sind elektrische Wechselfelder vor allem an der Wechselspannungsleitung vom Zähler zum Wechselrichter und am Wechselrichter selbst vorhanden. Obwohl in den Leitungen zu den Solarmodulen nur Gleichstrom fließt sind an diesen Leitungen häufig elektrische Wechselfelder meßbar. Dieses Phänomen kann auf folgende Umstände zurückgeführt werden:

1. Sind die Gleichstromleitungen in der Nähe von Wechselspannungsleitungen verlegt, koppeln sie in das vorhandene elektrische Wechselfeld der Wechselspannungsleitungen ein. Das elektrische Wechselfeld z.B. einer Leitung zu einer Steckdose, kann dadurch noch an den Solarmodulen gemessen werden.

2. Einige trafolose Wechselrichter trennen nicht sauber zwischen der Wechselspannungs- und der Gleichstromseite. Die Folge ist ein elektrisches Wechselfeld auf den Solarmodulen. Die Rahmen von Modulen in Anlagen mit trafolosen Wechselrichtern müssen daher geerdet werden.

Magnetische Wechselfelder:
Vor allem die Wechselrichter erzeugen erhebliche magnetische Wechselfelder - allerdings nur bei Tage. Die Stärke der magnetischen Wechselfelder ist abhängig von der jeweiligen Sonneneinstrahlung. Wechselrichter sollten daher in einem größeren Abstand zu tagsüber benutzten Schlaf- und Ruhebereichen montiert werden.

Zusammenfassung:
Die zusätzliche Elektrosmog-Belastung durch eine Photovoltaikanlage ist - bei richtiger Ausführung - sehr gering im Gegensatz zu dem, was sich viele Mitmenschen ansonsten zumuten. Beispielsweise ist das magnetische Wechselfeld einer trafobetriebenen Halogenleuchte oder eines kleinen Radios neben dem Bett ! häufig höher als die an einer Photovoltaikanlage gemessenen Werte.

Die Informationen zu Photovoltaik und Elektrosmog lieferte das Listenmitglied Werner Bopp.

Weitere Informationen zur Mailingliste erhalten Sie unter Mailingliste Elektrosmog


Joachim Weise, Baubiologe (IBN)





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