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Bayreuth, 19.11.2017

 

Verkaufte Gesundheit ? Weitere Mobilfunkfrequenzen werden 2010 versteigert

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17.10.2009 - Am 13.10.2009 gab Netzagentur-Präsident Matthias Kurth bekannt, dass der Beirat dem Verkauf eines Pakets von insgesamt 360 Megahertz zugestimmt hat. Geplant ist die Versteigerung der Frequenzen im zweiten Quartal 2010.

Die Frequenzen unter 800 Megahertz (MHz) werden als „digitale Dividende“ bezeichnet, da sie durch die Digitalisierung von Rundfunk und Fernsehen frei geworden sind. Weitere Frequenzbereiche befinden sich in den Spektren um 1.800 MHz und zwischen 2.200 und 2600 MHz.

Mithilfe der noch in der Testphase befindlichen Funktechnik Long Term Evolution (LTE) soll innerhalb der angebotenen Frequenzen eine schnelle Internetverbindung für stationäre und mobile Anwendungen geschaffen werden.

Anstatt den Ausbau der Glasfaserverkabelung mit Hochdruck voran zu bringen, schafft die Bundesregierung unter dem Einfluss der Funklobby die Grundlagen für einen weiteren Angriff auf die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen.

Es kann erwartet werden, dass eine objektive Erforschung der Risiken von Hochfrequenzstrahlung weiterhin unterbleibt. Ein Staat, der sich durch Versteigerungserlöse bereichert, kann nicht im Gegenzug den Betreiberfirmen mit unliebsamen Fakten in die Quere kommen.

Die Naturschutzorganisation BUND hat in einer Pressemeldung scharf gegen die Auktion protestiert. Bernd Rainer Müller, BUND-Mobilfunkexperte: "Damit künftig Umwelt- und Gesundheitsschäden begrenzt werden können, dürfen die Funknetze nicht weiter massiv ausgebaut werden. Stattdessen müssen immissionsarme Kommunikationstechnologien entwickelt werden, die Schäden für Gesundheit und Umwelt ausschließen. Nötig ist zum Beispiel die verstärkte Erforschung von Infrarot-Übertragungstechniken." Der komplette Pressetext des BUND steht unter www.bund.net/fileadmin/bundnet/pdfs/sonstiges/20091012_mobilfunk_frequenzversteigerung_hintergrund.pdf

Andere Sorgen hinsichtlich der Auktionspläne haben Vertreter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. "Das Störpotenzial der Leitungen ist noch überhaupt nicht geklärt", sagt Jochen Mezger. Er leitet die Abteilung Programmverbreitung am Institut für Rundfunktechnik in München. Seiner Meinung nach gäbe es noch massive Bedenken gegen die Vergabe der Frequenzen, weil andere Leitungen gestört werden könnten. Das betrifft zum einen Funkmikrofone, wie sie etwa bei großen Sport- und Kulturveranstaltungen genutzt werden, aber auch den Empfang von Radio- und Fernsehsendungen. "Es kann zu erheblichen Störungen beim DVBT kommen", sagt Mezger. Auch der Kabel-Empfang könne betroffen sein. (Quelle: http://www.zeit.de/digital/2009-10/lte-mobilfunk-digitale-dividende#cid-466265)

Unterdessen warnt die europäische Umweltbehörde EEA verstärkt vor den gesundheitlichen Risiken der Mobilfunktechnik. In einer Erklärung anlässlich der Washington-Konferenz „Mobiltelefone und Gesundheit“ hat die EEA-Direktorin Prof. Jacqueline McGlade aufgrund der gegenwärtigen Beweislage die Umsetzung des Vorsorgeprinzips eingefordert. Lesen Sie den kompletten Artikel unter www.diagnose-funk.ch/assets/2009-10-16_df_eua-vorsorgemassnahmen.pdf

Joachim Weise
Baubiologie Regional