Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 14.12.2017

 

Tipps für Vermieter: Schimmelpilzbefall vorbeugend vermeiden

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Tipps für Vermieter: Schimmelpilzbefall vorbeugend vermeiden
08.03.2011 - Bei Schimmelbefall in Mietwohnungen ist sowohl das Nutzerverhalten als auch die bauliche Substanz eingehend zu untersuchen. Meistens kommen im Schadensfall mehrere Ursachen zusammen. Nach stichpunktartiger Untersuchung des Raumklimas und der Wandoberflächentemperaturen empfehlen Baubiologen ein Datenlogging von Luftfeuchte und Temperaturen über mehrere Tage. Die Auswertung der Datensammlung und die eingehende Befragung der Bewohner ergibt bereits eine gute Grundlage für weitere Maßnahmen.

Bei der Benutzung der Wohnung sind folgende Risikofaktoren für erhöhte Luftfeuchte zu beachten:

• Wäschewaschen und –trocknen in der Wohnung: Vorbeugend ist bei Neukonzeptionen von Mietwohnungen ein gut durchlüfteter Raum im Gemeinschaftseigentum vorzusehen.
• Küche ohne Dunstabzug nach außen: auch dieses Problem lässt sich in der Planungsphase abstellen
• Innen liegende Bäder und Duschen sind ein Planungsfehler
• unverhältnismäßig viele Zimmerpflanzen oder Aquarien

Mithilfe eines Hygrometers lässt sich die relative Luftfeuchte durch den Mieter gut kontrollieren. Daraus ist ein geeignetes Lüftungsverhalten abzuleiten. Im Winter genügt eine Querlüftung von ca. 5 Minuten, da trockene und kalte Außenluft die feuchte Innenluft schneller abführen kann. Im Sommer ist bei warmer Luft eine längere Querlüftung notwendig. Die oben genannten Lüftungsvorgänge sind mehrmals am Tag zu wiederholen.

Wer sich als Vermieter nicht vom Verhalten des Nutzers abhängig machen will, sollte eine kontrollierte Be- und Entlüftung im Wohnungskonzept vorsehen.

Bauliche Mängel

Oft genug liegen dem Schimmelbefall bauliche Mängel zugrunde. Insbesondere im Altbau sorgen Wärmebrücken an Wänden oder Decken für zu kalte Wandoberflächen. Wird der Taupunkt unterschritten, kommt es zu Kondensatausfall. Wandschränke an den Außenwänden verschlimmern die Lage zusätzlich.

Im Zusammenhang mit der baulichen Substanz sind folgende vorbeugende Maßnahmen zu empfehlen:

• Vermeidung von kurzer Bauzeit und ungenügender Austrocknung der Bausubstanz
• ausreichend gedämmte und wärmebrückenfreie Konstruktion
• sorptionsfähige Oberflächen in Form von Kalk- oder Lehmputz
• ausreichend dimensionierte Heizung am besten als Strahlungsheizung
• schadensfreie Ausführung der Installation zur Vermeidung von Wassereintritt
• Dokumentation der Leitungsführung von Installationsmaßnahmen

Schimmelbefall in der Wohnung zerrt unvermeidlich an den Nerven aller Beteiligten. Eine einvernehmliche Lösung unter Einschaltung eines baubiologischen Gutachters trägt zur Entspannung und Kostenminderung bei.

Jeder Vermieter sollte die Schwachstellen seines Objektes kennen und den Mieter darauf hinweisen. Wenn dem Mieter trotz baulicher Probleme an der Wohnung gelegen ist, wird er sein Verhalten danach ausrichten.

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