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Bayreuth, 16.12.2017

 

Strahlenbelastung nimmt weiter zu - Wimax im ländlichen Raum auf dem Vormarsch

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22.05.2008 - Eine neue Technologie hält Einzug in den ländlichen Raum: So genannte Wimax-Sendeanlagen werden in Zukunft immer stärker mit DSL-Anschlüssen konkurrieren. Die Wormser Zeitung sprach mit dem Diplom-Ingenieur Peter Hatterscheid aus Bergisch-Gladbach, der als Referent auf dem 7. Mobilfunksymposium in Mainz auftritt.

Sind Wimax-Anlagen bereits ein flächendeckendes Phänomen?

Hatterscheid: Bisher sind sie eher noch Einzelerscheinungen, allerdings werden sie täglich mehr. Wimax-Anlagen findet man vor allem im ländlichen Raum. In den Städten ist die Infrastruktur für eine kabelgebundene Breitbandverbindung bereits vorhanden. Deshalb gehen die Anbieter bevorzugt in den ländlichen Bereich, in denen kein DSL-Zugang per Kabel vorhanden ist und deshalb per Funk übertragen werden muss. Vor allem junge Familien in Neubaugebieten sind eine mögliche Zielgruppe.

Wie viele Anlagen sind in Deutschland geplant?

Hatterscheid: Nach Medienberichten sollen in Deutschland schätzungsweise 10000 Wimax-Anlagen aufgebaut werden. Die Anbieter haben von der Bundesnetzagentur die Auflage bekommen, bis Ende 2009 in allen Versorgungsgebieten 15 Prozent der Bevölkerung zu versorgen, bis Ende 2011 sogar 25 Prozent.

Ähnelt die Technologie den Mobilfunk-Sendern?

Hatterscheid: Sie ist eigentlich mehr an die Technologie angelehnt, die für Breitbandfernsehen wie das DVB-T Verwendung findet. Sie wird deshalb gewählt, weil sie wenig anfällig gegen Störungen und somit sehr anwenderfreundlich ist.

Wie stark ist die Strahlung der Wimax-Anlagen?

Hatterscheid: Dazu kann man noch keine genauen Aussagen treffen. Ursprünglich waren diese Anlagen mal für 50 Kilometer Reichweite vorgesehen. Das ist aber schnell verworfen worden. Allgemein gilt jedoch, je mehr Leute diese neue Technologie nutzen, desto kleiner werden die Sendezonen sein, und desto niedriger ist die Sendeleistung der Basisstationen. Zu Beachten ist jedoch, dass damit die Sendestationen näher an den Verbraucher heranrücken und somit auch in zum Beispiel Neubaugebieten stehen können.

Man braucht für Wimax im Haus ein Endgerät. Strahlt auch dieses?

Hatterscheid: Ja, die Geräte müssen miteinander kommunizieren. Es ist möglich, dafür eine Zimmerantenne zu verwenden, besser ist jedoch, man montiert eine kleine Antenne außen an die Hauswand. Von dort führt ein Kabel nach innen an eine Station, die einem DSL-Router ähnlich ist.

Mobilfunk, Wlan, schnurlose DECT-Telefone und jetzt Wimax: Wird die Strahlenbelastung langsam für den Menschen gefährlich?

Hatterscheid: Dies wird sehr kontrovers diskutiert. Es gibt allerdings ernst zu nehmende Studien, in denen festgestellt wurde, dass etwa beim Mobilfunk schon durch geringe Feldstärken biologische Reaktionen, also Reaktionen des Körpers hervorgerufen werden, die unter anderem starken Stresssymptomen ähneln. Von offizieller Seite wurden wegen der starken Zunahme der Funkanwendungen bereits erste Warnungen laut, mit diesen Techniken vorsichtig umzugehen und lieber auf kabelgebundene zurückzugreifen.

Wie kann man sein Haus vor elektromagnetischen Strahlen schützen?

Hatterscheid: Etwa durch metallische Abschirmmaterialien oder Fenster, die verspiegelt sind (Wärmeschutzverglasung). Aber Vorsicht: Ohne fachkundige Messung und Beratung sollten keine Abschirmungen angebracht werden. Hier herrschen komplizierte physikalische Bedingungen.

Das Interview führte Markus Lachmann von der Wormser Zeitung.

Quelle: www.wormser-zeitung.de/rhein-main/objekt.php3?artikel_id=3290631