Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 22.11.2017

 

Rezepte fテシr Naturfarben

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30.08.2007 - Die nachfolgenden Anregungen lieferte die Mailingliste "Lehmbau-News" von Baubiologie Regional:

Die Pigmente sind die eigentlichen Farbteilchen welche z. B. aus der Erde in den verschiedenen Regionen der ganzen Welt gewonnen werden. Rテシgener Kreide und gelber Ocker aus Frankreich zur Herstellung weiテ歹r bzw. dunkelgelber Farbe sind nur Beispiele fテシr eine unermessliche Vielfalt allein der Erdfarben.

Darテシberhinaus gibt es noch die Mineralfaben deren wertvollste die Pigmente des feingemahlenen Lapislazuli (nur in ganz unzugテ、nglichen Gegenden Nordafghanistans zu finden) ergeben. Um diese Pigmente in einer vermalbaren Farbe zu binden bedarf es eines Klebers das Bindemittel. Schon die alten Rテカmer verwendeten hierzu das Kasein des Quarks. Bis in unsere Zeit haben sich solche Malereien erhalten.

Weitere Bindemittel sind beispielsweise Leim oder auch eine Emulsion aus Eigelb und Leinテカl (Temperafarben) und sogar Bier eignet sich sehr gut.

Kaseinfarbe

250g Magerquark mit einem Esslテカffel Ammoniak vermischen.
Es entsteht eine Masse von cremiger Konsistenz. Dies ist der Kleber oder das Bindemittel welches die Pigmente zusammenhテ、lt und dafテシr sorgt, dass die fertige Farbe nicht "kreidet".

Die Pigmente unserer Wahl werden nun mit dem Bindemittel vermischt. Dabei ist es wichtig, diese erst mit einem kleinen Teil des Klebers grテシndlich zu vermischen. Wenn so ein homogener Brei entstanden ist, kann man dieses Gemisch mit Wasser verdテシnnen. Bis zu eineinhalb Liter kテカnnen zugesetzt werden je nach gewテシnschter Deckkraft.

Hier ist Experimentieren angesagt. Wer sich schon an die Selbstherstellung von Farben herantraut der wird davor nicht zurテシckschrecken. Mit dieser Farbe kテカnnen verschiedene Oberflテ、chen in Innenrテ、umen behandelt und verschテカnt werden wie z.B. Holz, Rauhfasertapeten, Lehm- oder Kalkputze.

テ僕farbe

テ僕farbe ist dem Namen nach schon eher bekannt als die Kaseinfarbe. Leinテカlfirnis ist ein Gemisch aus Leinテカl und Terpentin. Die Pigmente werden in etwas テ僕 eingesumpft und mit einem Spachtel auf einer Platte (Glas,Marmor o.テ、.) "verrieben" um auch die letzten Klテシmpchen zu entfernen. Anschlieテ歹nd wird das restliche テ僕 untergemischt und die Farbe ist fertig. Um eine schnellere Trocknung zu erreichen kann ein Sikkativ (Metallsalze bis 2%) zugesetzt werden. Von deckender Farbe bis zur Lasur ist - je nach Zusatz von テ僕 und Terpentin - alles mテカglich. テ僕farben ergeben einen wasser-und wetterbestテ、ndigen Anstrich. Der Anstrich ist dauerhaft und umweltfreundlich.

Ursula Prテカse

Einige Begriffsdefinitionen von Tim zum Thema テ僕e

Um Hテカlzer (oder z.B. auch Natursteine) zu behandeln, nutzt man seit Jahrhunderten テ僕e, die unter Sauerstoff und Lichteinfluss abbinden und fest werden. Verwendete テ僕e sind z.B. Leinテカl, Tungテカl oder Walnuテ淌カl. Olivenテカl z.B. bindet nicht ab und wird nur ranzig und zテ、h. Fテ、rbt man diese テ僕e ein, bekommt man eine einfache テ僕farbe.

Da der Abbindeprozess auch unter optimalen Bedingungen Tage dauert, fテシgt man Sikkative (Trocknungsmittel - Abbindebeschleuniger ) hinzu. Terpentinテカl ist kein Sikkativ! テ僕 plus Sikkativ wird als Firnis bezeichnet.

Damit sich bei saugfテ、higen Untergrテシnden eine mテカglichst dicke Schicht mit dem テ僕 verfestigt und das テ僕 Viskositテ、t verliert und besser eindringen kann, fテシgt man ein Lテカsungsmittel hinzu. Dies kann z. B. Balsam-Terpentinテカl, (das hat nichts mit dem Terpentin(-ersatz) aus dem Baumarkt zu tun) oder Orangenテカl sein. テ僕 plus Lテカsungsmittel wird als Halbテカl bezeichnet: Firnis + Lテカsungsmittel = Halbテカlfirnis. Auch wenn diese Mittel テ僕e heiテ歹n, sind sie Lテカsungsmittel.

Bei テ僕en geht man folgenmaテ歹n vor: Mit hohen Verdテシnnungen (20%-50%) anfangen zu grundieren und das Finish fast unverdテシnnt auftragen. 2-7 Durchgテ、nge. Aber immer darauf achten, dass nur soviel (dテシnn) aufgetragen wird, dass kein テ僕 テシbersteht. Es bildet sich sonst eine Schicht an der Oberflテ、che und das テ僕 trocknet nicht durch und bleibt klebrig. Die ganze Arbeit ist dann fテシr die Katz.

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