Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 20.11.2017

 

Raumluftbelastung durch Radon vermeiden

Share on Facebook Share on Twitter Share on Google+
Raumluftbelastung durch Radon vermeiden
13.02.2007 - Radon ist ein radioaktives Edelgas, Bestandteil der im Volksmund so bezeichneten "Bodenluft", und sein Vorkommen so alt wie unser Planet selbst. Problematisch kann Radon heutzutage wegen der Abdichtung von Gebäuden zur Steigerung der Energieeffizienz werden.

Mit dem geplanten Radonschutzgesetz sollen Häuser, die durch Radon stark belastet sind, identifiziert und möglichst auf 100 Bq/m3 saniert werden. Dabei richten sich die Sanierungs-Zeiträume nach der Höhe der Belastung und betragen bei 1.000 Bq/m3 z.B. drei Jahre, unterhalb 400 Bq/m3 zehn Jahre.

Bei Neubauten sieht der Arbeitsentwurf vor, dass durch entsprechende bautechnische Maßnahmen Radonbelastungen unter 100 Bq/m3 liegen.

Durch schlanke sachbezogene Regelungen soll ein Ausufern der Bürokratie verhindert werden. Durch die intensive fachliche Aufbereitung des Problems, im Rahmen der vom BMU geförderten Forschungsvorhaben sind die besten Voraussetzungen geschaffen worden, um mit wenig Bürokratie sachgerecht regeln zu können.

Das geplante Radonschutzgesetz soll jedem, der in seinem eigenen Haus wohnt, freistellen, ob er saniert oder nicht. Aber dort, wo Menschen an andere vermieten, möchte das BMU sicherstellen, dass Mieterinnen und Mieter sowie ihre Kinder nicht den gesundheitlichen Risiken von Radon ausgesetzt sind. Das gilt auch für Schulen, Kindergärten und öffentliche Gebäude.

Es ist vorgesehen, Radonvorsorgegebiete zu bestimmen, in denen ein erhöhtes Radonvorkommen im Boden zu erwarten ist. In diesen Gebieten soll die tatsächliche Radonkonzentration im Boden ermittelt werden, um entsprechend angepasste bautechnische Maßnahmen für Neubauten von vornherein einzuplanen.

Bei bestehenden Häusern soll in Radonvorsorgegebieten mit besonders hohen Radonvorkommen die tatsächliche Innenraumbelastung ermittelt und dem Gebäudezustand angepasste Sanierungsmaßnabmen ergriffen werden. Je nach Höhe der tatsächlichen Radonkonzentration sollen die Sanierungsmaßnahmen innerhalb bestimmter Zeiträume (bis zu 10 Jahren) erfolgen.

Wie kommt es zu dem Wert von 100 Bq/m3 ?

Das wissenschaftliche Beratungsgremium des BMU, die Strahlenschutzkommission, hat mit ihrer Stellungnahme vom 14.Juli 2004 nach Auswertung aller vorliegenden Cesundheitsstudien zum Radon festgestellt, dass ab dem Wert von 150 Bq/m eine statistisch signifikante Erhöhung der Lungenkrebsrate durch Radon gegeben ist. Der Gedanke der Vorsorge verlangt Maßnahmen zum Schutz vor Radon unterhalb dieser Schwelle der Signifikanz.

Es ist deshalb folgerichtig, einen Zielwert van 100 Bq/m3 vorzusehen, den übrigens auch die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt.

Was kostet die Radonsanierung?

Bei der Errichtung eines Einfamilienhauses liegen die zusätzlichen Kosten für Radonschutzmaßnalimen im Bereich von 20 Euro pro überbautem Quadratmeter, bei Altbauten lassen sich mit 3.000 Euro in sehr vielen Fällen bereits hervorragende Sanierungsergebnisse erzielen. Dies sind sehr geringe Kosten wenn man sie allein mit den Behandlungskosten eines Lungenkrebskranken vergleicht, die durchaus 50.000 Euro betragen können.

Weitere Infos zur Radonmessung finden Sie unter www.umweltmesstechnik-bayreuth.de/radonschutz.html

Joachim Weise, Baubiologe (IBN)