Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 25.09.2017

 

Radonschutzgesetz immer noch nicht in kraft

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Radonschutzgesetz immer noch nicht in kraft
01.12.2009 - Bereits im Jahre 2004 wurde eine Neufassung des Radonschutzgesetzes angekündigt. Verabschiedet wurde es immer noch nicht. In einer Pressemitteilung vom 22.9.09 teilte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) mit, dass die WHO niedrigere Referenzwerte für Radon in Wohnungen empfiehlt. Dies geht aus dem neuen Radonhandbuch hervor, das die WHO in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) erstellt und veröffentlicht hat. In allen beteiligten Ländern soll künftig ein Referenzwert von 100 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m3) Raumluft gelten. Der Referenzwert stellt die maximal akzeptable Radonkonzentration in einem Wohnraum dar.

Die fachliche Grundlage für die neue WHO-Empfehlung liefern mehrere kürzlich veröffentlichte Studien aus Europa, Nordamerika und Asien. Diese weisen nach, dass Radon einen erheblichen Anteil der Fälle von Lungenkrebs in der Bevölkerung verursacht.

Der baubiologische Standard (SBM 2008) bewertet eine Radonkonzentration von 60 bis 200 Bq/m3 als starke, und einen Messwert von größer 200 Bq/m3 als extreme Auffälligkeit.

Radonrisikogebiete in Deutschland

Unter http://www.bfs.de/de/ion/radon/radon_boden/radonkarte.html veröffentlicht das BfS eine Radonkarte Deutschland. Risikogebiete mit über 100 Bq/m3 sind rot markiert. Die Radonkonzentration in der Bodenluft ist ein Maß dafür, wie viel Radon im Untergrund zum Eintritt in ein Gebäude zur Verfügung steht. Typischerweise liegt das Verhältnis von Radon in der Raumluft zu Radon in der Bodenluft bei ca. 1 bis 5 ‰.

Bauliche Schutzmaßnahmen

• Abdichten der Bodenplatte
• Abdichten von Rohrdurchführungen in Boden berührende Hausbereiche
• Abdichten von Kellertüren
• Einbau von Abluftanlagen

Wer kann die Radonbelastung in Häusern messen ?

Eine kostengünstige Methode ist die Langzeitmessung mit Radonexposimetern. Diese sind für 32 EUR erhältlich und müssen mindestens 3 Monate im Haus verbleiben. Anschließend werden sie von einer amtlichen Auswertestelle bewertet.

Immobilienkäufer haben meistens weniger Zeit. Baubiologen steht deshalb mit dem Doseman von der Firma Sarad ein kostengünstiges Messgerät für eine schnellere Auswertung zur Verfügung. Empfehlenswert ist eine 36-Stunden Langzeitaufzeichnung in einem oder mehreren Wohnräumen. Anschließend werden die Daten über eine vorformatierte Tabellenkalkulation ausgewertet.

Bodenproben sind mit dem Doseman ebenfalls möglich. Als Zubehör ist herfür eine Bodenlanze einzusetzen. Auskünfte zu Kosten und Handhabung des Messgerätes gibt Ulrich vom Schloss: www.kvs-shop.de

Bildquelle: http://www.sarad.de/DE/DE_Radon_Aerosols/DE_Doseman/de_doseman.html

Weiterführende Informationen zum Thema Radon finden sich auf der Webseite des BfS:



http://www.bfs.de/de/ion/radon