Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 13.12.2019

 

Radonkonzentration sinkt durch Absauganlage unter hundert Bequerel

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- Das Haus der Familie Buntschuh liegt in einem Risikogebiet für Radongas. Aufgrund der Hanglage konnte das Bauvorhaben nur teilweise unterkellert werden. Eine Langzeitmessung über vier Wochen zeigte im Untergeschoss erhöhte Radonwerte von 2.600 Bequerel je Kubikmeter (Bq/m3) an. Der Wohnbereich im Erdgeschoss ist zwar mit 310 Bq/m3 im Mittel wesentlich weniger belastet; dennoch liegt das Messergebnis knapp über dem europäischen Referenzwert von 300 Bq/m3 und weit über dem baubiologischen Vorsorgewert von 100 Bq/m3. Zunächst versuchte Familie Buntschuh die Radonkonzentration durch verstärktes Lüften zu senken. Diese Maßnahme führt aber bei Minustemperaturen im Winter zu einer starken Einschränkung der Wohnqualität, verbunden mit der Auskühlung der Räume. Nach Recherchen im Internet entschieden sich die Betroffenen für den Einbau einer Absauganlage.

Planung der Messpunkte und Durchlässe

Nach dem telefonischen Erstgespräch kommt der Berater zur Bestandaufnahme und Planung der Anlage ins Haus. Dafür ist ein Pauschalpreis von 500 Euro zu veranschlagen. Aufgenommen werden die Absaugpunkte, die Leitungsführung, die Kapazität des Radonsaugers und der mögliche Durchgang für den Auslass ins Freie. Auf einer Planskizze zeichnet der Berater die Lage und den Durchmesser der Bohrlöcher für die Absaugpunkte, die Wanddurchbrüche im Innenraum und den Durchgang nach außen ein. Zur Ausführung der Bohrungen sucht sich der Bauherr eine Fachfirma seiner Wahl, vorzugsweise in der Region.

Kernbohrungen im Fundamentbereich und in den Wänden

Familie Buntschuh legt Wert auf staubfreies Arbeiten. Diese Zusatzleistung lässt sich die Bohrfirma gesondert mit einem Aufschlag vergüten. Für die Bohrung der Absaugpunkte durch das Fundament gibt der Radonsanierer exakt 102 Millimeter vor. Die Wanddurchführungen für das Rohrgestänge benötigen nur einen Durchmesser von 52 Millimeter. Der Bauherr legt im Anschluss an die Kernbohrungen selbst mit Hand an. Mit einer kleinen Handschaufel gräbt er im Umfeld der Bohrlöcher unter dem Fundament einen Hohlraum in der Größe eines Luftballons aus. Durch diese Maßnahme bleibt die angesaugte Luft frei von Staub aus dem Erdreich.

Verlegen der Kunststoffleitungen

Die Verlegung der Rohrleitungen und die Abdichtung der Absaugpunkte liegt wieder in der Verantwortung des Radonsanierers. Die Kunststoffrohre lassen eine flexible Leitungsführung zu. Sollten später weitere Absaugpunkte erforderlich sein, schneidet der Spezialist ein Verbindungsstück in die bestehende Rohrleitung und dichtet die Schnittstelle mit einem schnell härtenden Kleber und einer Rohrmanschette ab. An jedem Absaugpunkt befindet sich ein manueller Ventilregler. Damit lässt sich die Luftmenge individuell steuern.

Zentrale Steuerungsanlage regelt den Druck und das Absaugvolumen

Die Elektronik des Radonsaugers ist das Kernstück der Anlage. Sie regelt das Luftvolumen in Kubikmeter und den Luftdruck in Pascal. Zur Abführung von Kondenswasser in den Rohrleitungen ist ein intelligenter Wassersammler an die Steuerungsanlage angeschlossen. Wenn ein definierter Füllstand erreicht ist, fließt das Wasser über einen Schlauch in das häusliche Abflusssystem. Deshalb bietet sich als Standort für die Steuer- und Wassersammelanlage ein Kellerraum an, der auch für die Waschmaschine genutzt wird.

Sehr gute Messwerte nach Betrieb der Absaugung

Familie Buntschuh will weiter wachsam bleiben. Mit einem elektronischen Radondosimeter misst sie permanent die Radonkonzentration im Wohnzimmer. Die Messwerte liegen bisher im Mittel unter fünfzig Bequerel je Kubikmeter. Das Ergebnis lässt die Bewohner wieder ruhig schlafen. Die Investitionssumme von rund 10.000 Euro scheint hier gut angelegt zu sein.

Weitere Informationen

Radonmaßnahmenplan Bundesumweltministerium
Radonhandbuch Deutschland
www.corroventa.de Produkte für Entfeuchtung und Radonsanierung







 


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