Baubiologie und Oekologie

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Bayreuth, 19.11.2017

 

Noch mehr Elektrosmog durch Bluetooth

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Noch mehr Elektrosmog durch Bluetooth
21.03.2014 - Die Funktechnik für den Nahbereich etabliert sich. Auffällig sind Bluetooth-Anwendungen besonders bei den kabellosen Headsets. Mittlerweile oft gesehen: ein Zeitgenosse trägt ein kleines Gerät wie eine Wäscheklammer am Ohr. Das Mobiltelefon steckt in der Hosentasche oder hängt am Gürtel. Per Funkanwendung wird die Sprache zum Bluetooth kompatiblen Mobilteil übertragen. Anfangs stand die Kommunikation zwischen den Geräten im Mittelpunkt: kabellose Maus und kabellose Tastatur hielten Einzug in die Bürowelt. Immer neue Anwendungsgebiete tun sich mittlerweile auf: Industrieautomatisierung, miteinander kommunizierende Spielgeräte, Alarmsysteme, kabellose Kopfhörer oder Freisprechanlagen in Autos. Sogar in Schnurlostelefonen nach DECT-Standard sind Bluetooth-Module für die Freisprechfunktion integriert.

Vorteile von Bluetooth aus Herstellersicht

Ursprünglich setzte die Industrie bei der Nahfeldkommunikation auf Infrarottechnik. Der Nachteil von Infrarot beruht auf dem notwendigen Sichtkontakt zwischen zwei Geräten. Die Funktechnik dagegen kann auch Mauern durchdringen. Je nach eingestellter Sendeleistung von einem Milliwatt (mW) bis zu 100 Milliwatt, sind Reichweiten bis zu hundert Metern möglich. Die Sendetechnik ist relativ robust. Im Frequenzbereich zwischen 2402 und 2480 Megahertz wird ein Frequenzsprungverfahren durchgeführt. Das System ist zulassungsfrei. Bluetooth-Geräte müssen nicht bei der Bundesnetzagentur angemeldet werden. Bluetooth kann sowohl Sprache als auch Daten übertragen. Störungen sind aber durch andere Funkanwendungen möglich: WLAN und Mikrowellenherde nutzen ebenfalls das Frequenzspektrum zwischen 2,4 und 2,5 Gigahertz.

Zusätzlicher Elektrosmog im Auto

Smartphones und Bluetooth lösen die herkömmliche Technik der Freisprechanlagen im Auto ab. Bisher war das Autotelefon fest installiert mit einer außerhalb des Innenraums gelegenen Sende- und Empfangsantenne. Elektromagnetische Felder waren relativ gering. Nachteilig daran ist, dass der Benutzer während der Zeit außerhalb des Fahrzeugs nicht über die Autotelefonnummer erreichbar war. Er benötigte somit ein weiteres Mobiltelefon. Anrufbeantworter und Rufumleitung war zwar möglich, aber SMS' wurden nicht weitergeleitet. In modernen Fahrzeugen fungieren nun Autoradios als Freisprechanlagen. Sie binden über Bluetooth das Mobiltelefon in die Kommunikation ein. Das Elektrosmogproblem entsteht zweifach: zum einen wird das Mobiltelefon im Innenraum mit hoher Sendeleistung arbeiten, da keine externe kabelgeführte Antenne im Außenbereich zur Verfügung steht. Zum anderen entsteht durch Bluetooth selbst eine hochfrequente Belastung, da abhängig von der abgestrahlten Sendeleistung ist. Eine Immission von 50 bis 300 µW/m² ist zu erwarten. Diese doppelte Belastung entsteht natürlich auch beim Telefonieren per kabellosem Headset. Im Fahrzeug wird sie durch die abschirmende Wirkung der Karosserie noch weiter verstärkt.

http://www.bund.net/themen_und_projekte/technischer_umweltschutz/elektrosmog/handlungsmoeglichkeiten/