Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 19.08.2017

 

Neues Messgerät zur Überwachung der Radonwerte

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Neues Messgerät zur Überwachung der Radonwerte
22.02.2017 - Spätestens im Februar 2018 soll die Vorgabe der EU aus dem Jahr 2014 zur Neuregelung des Strahlenschutzgesetzes in Deutschland umgesetzt sein. Für Häuslebauer gilt dann folgende Vorgabe: "Wer ein Gebäude mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen errichtet, hat geeignete Maßnahmen zu treffen, um den Zutritt von Radon aus dem Baugrund zu verhindern oder erheblich zu erschweren." Das neue Gesetz sieht einen Referenzwert von 300 Becquerel je Kubikmeter (Bq/m²) im Jahresmittel vor. Diese Empfehlung gilt sowohl für Privathaushalte als auch für Arbeitsplätze.

Festlegung von Risikogebieten als Mammutaufgabe

Der Entwurf des Strahlenschutzgesetzes 2018 regelt in §121 die Festlegung von Risikogebieten. Wie dabei vorzugehen ist, lässt der Gesetzgeber noch offen. Die Zuweisung von Risikogebieten hat zur Folge, dass betroffene Arbeitgeber Messungen über die Radongaskonzentration vornehmen müssen, wenn der Arbeitsplatz im Keller oder im Erdgeschoss liegt. Es bahnt sich für die Behörden eine Mammutaufgabe an, wenn sie zum einen die Risikogebiete festlegen müssen und zum anderen die Raumluft in den festgelegten Gebieten überwachen sollen.

Preisgünstiges Messgerät zur orientierenden Messung der Radonwerte

Welche Kriterien eine zugelassene Messstelle des Bundes zu erfüllen hat, ist im Gesetz noch nicht festgelegt. Arbeitgeber und Privatleute sollten sich aber darauf einstellen, die Radonwerte vorsorglich selbständig zu überwachen. Die Firma Sarad aus Dresden bietet zu diesem Zweck ein elektronisches Messgerät zu einem vernünftigen Preis an. Der "Radon Scout Home" dient der Langzeitüberwachung des Referenzwertes für die Radonkonzentration in der Atemluft. Das Gerät wurde nach Herstellerangaben speziell für Eigenheimbesitzer, aber auch für Mieter und Vermieter entwickelt. Der Radon Scout Home zeichnet den Zeitverlauf der Radonkonzentration über mehrere Monate zuverlässig auf, so dass witterungs- und jahreszeitlich bedingte Änderungen sicher erfasst werden. Sensoren für Temperatur und Luftfeuchte geben Aufschluss über die Randbedingungen der Messung. Per USB-Kabel lassen sich die Daten in eine Software übertragen und grafisch darstellen.

Links

Richtlinie Euratom (73 Seiten)
Entwurf Strahlenschutzgesetz (560 Seiten)
Kritik am Gesetzentwurf durch MdB Hubertus Zdebel (Fraktion Die Linke)
Sarad Dresden