Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 19.11.2017

 

Mit dem Solarmobil auf Bayerntour

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Mit dem Solarmobil auf Bayerntour
01.09.2003 - Der Energieexperte der Bundestagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Hans-Josef Fell, fuhr letzte Woche von Hammelburg aus mit dem Solarmobil durch Bayern. Die Reiseroute führte ihn in erster Linie zu Stationen im Norden und Osten des südlichsten Bundeslandes, unter anderem nach Schweinfurt, Bamberg, Bayreuth, Weiden, Amberg, Neuburg/Donau und Ansbach.

Sein Elektromobil TWIKE ist besonders sparsam im Verbrauch. Es benötigt etwa 5 bis 7 kWh Strom auf 100 km, was einem Benzinäquivalent von 0,5 bis 0,7 Liter entspricht. Das zweisitzige TWIKE ist ein Solarmobil im Netzverbund, da der überschüssige Strom aus Photovoltaikanlage und Blockheizkraftwerk über die Steckdose wieder zur Verfügung steht. Der Aktionsradius des TWIKE beträgt mit lediglich einer Aufladung 60 km, wobei mit den schnelladefähigen Batterien auch in einer Stunde fast wieder vollgeladen ist, so dass die Tagesreichweiten bis 300 km umfaßt.

Am Montag, 25.8.03 traf Hans-Josef Fell um 17:30 Uhr zu einem Foto- und Pressetermin in Bayreuth ein. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete brachte aktuelle Informationen zu energiepolitischen Fragen mit:

Wie ändert sich die Vergütungsregelung aufgrund der EEG-Novelle 2003/2004 ?

Windkraft:

- Offshore: Um übereilte Planungen und Genehmigungsentscheidungen zu verhindern, ist eine Verlängerung des Zeitrahmens für die erhöhte Anfangsvergütung dringend erforderlich.

- Küste: Die Erfolge des EEG im Bereich der Windenergie scheinen eine massvolle Absenkung der Vergütung in Bestlagen möglich zu machen. Alle Anpassungen müssen sehr sachgerecht vorgenommen werden, weil die Dynamik bereits spürbar nachlässt.

Biomasse

Im Bereich Bioenergien sollen mit verbesserten Rahmenbedinugnen Anreize gegeben werden, um die grossen Potenziela zu erschliessen. Eine stärkere Differenzierung der Vergütungssätze und eine Verbesserung der Vergütung für kleine Biomasse- und Biogasanlagen ist erforderlich, um die brachliegenden Potenziele, insbesondere in der Landwirtschaft, tatsächlich ausschöpfen zu können. Für die ausschliessliche Verwendung nachwachsender Rohstoffe und den Einsatz innovativer Technologien soll ein zusätzlicher Bonus gewährt werden.

Geothermie

Eine stärkere Differenzierung und Verbesserung der Vergütungssätze ist erforderlich, um die ersten Anlagen an Netz zu bringen. In diesem Sektor warten ebenso wie im Bereich Bioenergien grosse Potenziale darauf, dass sie erschlossen werden.

Photovoltaik

Das Auslaufen des 100.000-Dächer-Solarstromprogramm muss durch die EEG-Vergütung voll kompensiert werden. Bis zum Inkrafttreten der Novelle sollte eine Übergangsregelung gefunden werden bzw. ein Vorschaltgesetz für die PV in Kraft treten.
Eine Differenzierung der Vergütungssätze hinsichtlich Anwendungbereiche/Anlagengrösse (Gebäude/Freiflächen) ist vorzunehmen. Der PV-Deckel (1.000 MW) wird endgültig gestrichen.

Wasserkraft

Grosse Wasserkraftanlagen über 5 MW werden derzeit zurecht nicht durch das EEG gefördert. Zu prüfen ist allerdings, ob Modernisierungspotenziale, die gleichzeitig mit ökologischen Verbesserungen verbunden sind, in die Förderung des EEG aufgenommen werden können.



Die oberfränkischen Solarmobilfahrer begrüssten den Politiker mit ihren Fahrzeugen am neuen Rathaus und liessen den Zwischenstop in Bayreuth zum „Heimspiel" für MdB Fell werden.


Joachim Weise, Baubiologe (IBN)