Baubiologie und Oekologie

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Bayreuth, 22.11.2017

 

Mein persönlicher Nachruf auf Helmut Merkel

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Mein persönlicher Nachruf auf Helmut Merkel
28.03.2013 - Es wird nicht viel Leute aus der baubiologischen Szene geben, die ihn nicht gekannt haben. Er war fast dreißig Jahre lang Ansprechpartner, Berater, zuverlässiger Lieferant und Freund für alle, welche Messgeräte für ihre Arbeit brauchten. Im März 2013 ist er für immer von uns gegangen.

Dipl.-Ing. Helmut Merkel, Gründer und Inhaber der Merkel-Messtechnik in Neu-Isenburg, verkaufte nicht nur Messgeräte, sondern setzte sie auch selbst ein. Oft genug war er bei Kunden im Frankfurter Raum und darüberhinaus unterwegs, um Messungen zu machen und Erfahrungen zu sammeln.

Immer war er auf der Suche nach einer günstigen und praktischen Lösung. Er riet auch schon mal vom Kauf eines Messgerätes ab. Auf meine Frage, ob es denn HOBOs für den Außenbereich gäbe, schlug er mir alternativ vor, den Datenlogger in ein Vogelhäuschen zu packen. Dies sei wesentlich günstiger und ebenso zielführend.

An eine skurrile Geräteeinweisung erinnere ich mich ebenfalls gerne. Meinen nagelneuen Spektrumanalysator FSH3 übergab er mir im Jahre 2003 auf einem Parkplatz im Nürnberger Raum. Die praktische Einweisung erfolgte im Laderaum seines blauen VW-Transporters. Damit war ich immerhin in der Lage, erste Hochfrequenzmessungen durchzuführen. Weitere Profischulungen für den Speki folgten dann erst später bei Dr. Virnich & Co.

Zu seinem 25-jährigen Jubiläum bot Merkel im Jahre 2010 zwei schöne kostenlose Seminare an. Viele Teilnehmer werden sich an das erste Lichtseminar in Neu-Isenburg erinnern (siehe Foto links). Mit tollen Versuchsaufbauten zeigte er zusammen mit Dipl.-Ing. Peter Danell die gravierenden Nachteile der Leuchtstoffkompaktlampe, besser bekannt als Energiesparleuchte, auf. Dieses Pionierseminar wurde später noch öfters in Zusammenarbeit mit dem Verband Baubiologie wiederholt. Ähnlich faszinierend war das Seminar über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des HOBO-Datenloggers. Hierbei konnte Merkel seine Kreativität und Individualität vollends ausleben.

Mit Wehmut schaue ich mein letztes von ihm gekauftes Gerätchen an. Es ist ein kleines Lichtprisma, mit welchem die verzerrten Spektren der Energiesparlampe im Vergleich zur Glübirne deutlich zu Tage treten. Das letzte Telefonat mit ihm erfolgte im Januar 2013. Dieses Prisma hat somit für mich Symbolcharakter.

Lieber Helmut Merkel, vielen Dank für die jahrelange Unterstützung und die Suche nach Problemlösungen in der baubiologischen Messtechnik.

Joachim Weise