Baubiologie und Oekologie

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Bayreuth, 17.11.2017

 

Mahnwache gegen Mobilfunksender - Spektakuläre Aktion der BI Speichersdorf

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Mahnwache gegen Mobilfunksender - Spektakuläre Aktion der BI Speichersdorf
09.11.2004 - Auf ein "klassisch-misslungenes Beispiel des Mobilfunk-Paktes zwischen Kommune und Mobilfunkbetreiber" verweist die Bürgerinitiative "B.I.S.S." (Bürgerinitiative Strahlenschutz Speichersdorf) in ihrer Einladung an Politiker zur Mahnwache. "e-plus" habe alle vier von der Gemeinde vorgeschlagenen Alternativstandorte ignoriert. Nur die Landtagsabgeordnete Ulrike Gote von den Grünen hatte ihr kommen zugesagt. Absagen kamen von Harmut Koschyk (CSU), Anette Kramme (SPD) und auch aus dem Landratsamt Bayreuth.

Am 18. Oktober 2004 hatte der Mobilfunkbetreiber "e-plus" die Baubeginn-Anzeige für den GSM-Netzausbau in Form eines Sendemastens auf dem Gebäude der Firma "Rapid-Max" in der Industriestraße bekannt gegeben. Dies geschah trotz heftigen Widerstands der Bürgerinitiative und obwohl die Gemeinde Alternativstandorte abseits von bewohntem Gebiet angeregt hatte.

Am Freitag, 5.11.04 um 14 Uhr begann B.I.S.S. nun mit dem Aufbau einer "Zeltstadt" zur Mahnwache und eines Informationsstandes zum Thema Mobilfunk. Um 16 Uhr hiess es dann: Kreativer Widerstand mit dem Gestalten von Plakaten und Schreiben von Texten.

Das Mahnfeuer loderte um 18 Uhr. Gegen 19 Uhr gab es eine Diskussion mit den Themen "Wie sieht ein Alltag ohne Handy aus? Erlebnisse aus dem Leben eines Handylosen", "Gefahrenherd DECT-Telefone", "Vier Mobilfunkantennen in Speichersdorf - erhöhen oder senken sie die Lebensqualität?"

Am Samstag fand um 15 Uhr das eingangs erwähnte Pressegespräch mit geladenen Politikern statt.
In ihren Statements forderten sowohl MdL Gote als auch der erste Bürgermeister von Speichersdorf von der Bundesregierung eine drastische Senkung der Grenzwerte und von der Landesregierung ein effektives Mitspracherecht der Gemeinden bei der Standortwahl. Der Mobilfunkpakt II sei nicht das Papier wert, auf dem er geschrieben steht.

Im Anschluss an das Pressegespräch kommentierte der Baubiologe Joachim Weise die jüngsten Messwerte der Landesgewerbeanstalt Nürnberg in der Gemeinde anhand grafischer Beispiele. „An den meisten Messpunkten wird der baubiologische Vorsorgewert von 10 µWatt je m2 nicht überschritten. An vier bis fünf Stellen ist allerdings Vorsicht geboten, u.a. am örtlichen Altenheim", erläuterte der Baubiologe. „Eine weitere Zunahme der Strahlung könnte zu einer gesundheitlichen Belastung der Bewohner führen".

Nachdem erneuten Entzünden des Mahnfeuers um 18.30 Uhr stand eine Diskussion über strahlungsfreie Alternativen zum Mobilfunk auf dem Programm.

Am Sonntag um 8 Uhr weckte ein Trompetenruf die Speichersdorfer. Um 10 Uhr servierten die B.I.S.S.-Aktivsten Weißwürste und ab 14.30 Uhr gab es Kaffee und Kuchen. Zu einem ökumenischen Gottesdienst um 16 Uhr waren dann wieder alle Speichersdorfer eingeladen.

Am Montag ab 8 Uhr fand eine Informationsveranstaltung über die Auswirkungen der installierten Mobilfunkantenne auf die Mitarbeiter der Firmen Reifen-Deubzer, Handel AG, Stefan Fett, Kfz-Fraunholz, Taxi-Busch, sowie Rapid-Max statt. Gegen 11 Uhr wurde die Mahnwache beendet.

Die örtliche Presse, das Lokalradio und Oberfranken-TV berichteten von der Mahnwache in Speichersdorf. Damit war der Zweck von BISS, ein Zeichen gegen die Willkür der Mobilfunkbetreiber zu setzen, erreicht.