Baubiologie und Oekologie

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Bayreuth, 26.06.2017

 

Komplettschutz vor DECT-Telefonen

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27.04.2005 - (esnord) Das gesündeste Telefonieren ist, hier gibt es keine zwei Meinungen, kabelgebundenes. Was ist aber die Alternative, wenn man auf ein Schnurloses nicht verzichten will oder kann? CT1plus und DECT stehen technisch zur Wahl. DECT wird wegen seiner gepulsten Strahlung als besonders gesundheitsschädlich eingeschätzt. Aber auch für CT1plus gibt es keine biologische Entwarnung.

Der CT1plus Standard wird aller Voraussicht nach ab Ende 2008 in der BRD nicht mehr zulässig sein. Trotz der Gesundheitsrisiken haben sich schnurlose DECT-Systeme in den letzten Jahren mit ihrer riesigen Modellvielfalt mehr und mehr durchgesetzt. Hingegen die Modellpalette von CT1plus und Kabeltelefonen zu Sehens schrumpft. Der Verbraucher setzt auf Tonqualität, Komfort und Bewegungsfreiheit von DECT.

In der gesundheitlichen Beurteilung müssen immer beide Seiten betrachtet werden: Die Strahlung der Basisstation und die des Mobilteiles. Die DECT-Basisstation ist bekanntlich ein Dauerstrahler, die CT1-plus-Basisstation nicht. Bei beiden Systemen strahlt das Mobilteil nur während des Telefonats.

Vorsicht! Die Strahlung des Mobilteiles wird - zwar mit kürzerer Immissionsdauer - , aber immer direkt am Kopf – also um ein vielfaches intensiver – abgegeben. Basisstation und Mobilteil sind aufgrund der bidirektionalen Kommunikation mit gleicher Sendeleistung ausgestattet.

Ein theoretisch denkbares DECT-Telefon mit Abschaltautomatik (nach Gesprächsende) wäre in dieser Hinsicht kein Gesundheitsgewinn, denn die intensive Strahlung des DECT-Mobilteils bleibt unverändert (... selbstverständlich auch die Strahlung der DECT-Basisstation während eines Telefonats).

Ein theoretisch denkbares DECT-Telefon mit Pegelsteuerung hätte in der Praxis ebenso wenig einen Vorteil, denn die reine Erkenntnis einer nach unten gerichteten Pegelung verschafft dem Verbraucher keine Kontrollmöglichkeit, in welchem Strahlungsniveau er sich aktuell aufhält und die unteren Pegelniveaus würden vermutlich noch gewaltig sein.

Wenn von dem „biologisch verträglicheren„ CT1plus die Rede ist, muss deutlich gemacht werden, dass auch ein CT1plus-Mobilteil eine intensive Belastung aus nächster Nähe darstellt. Nach MAES („Stress durch Strom und Strahlung„, 5. Auflage 2005, p. 429) werden 2 CT1plus-Telefone noch aus 30 cm Entfernung, also noch nicht aus unmittelbarer Kopfnähe, mit 8.000 – 11.000 µW / m² Immission angegeben. 10.000 µW / m² ungepulster Strahlung entsprechen nach dem Anomalienunterschied (SBM 2003) 1.000 µW / m² gepulster Strahlung.

Die wohl beste Lösung einer DECT-Abschirmung bietet derzeit die ESnord mit ihren Produkten SCHIRMSCHLAUCH (für die Basisstation) und MOBILSCHLAUCH (für das Mobilteil). Beide Produkte qualifizieren sich durch Gutachten von Prof. Pauli.

Während der SCHIRMSCHLAUCH laut Gutachten die vertikal polarisierte Strahlung mit bis zu 99,975 % (36 dB) abschirmt, bietet der MOBILSCHLAUCH kopfseitig eine Abschirmung der vertikal polarisierten Strahlung von bis zu 99,37 % (22 dB). Vertikal erfolgt bei DECT die Hauptstrahlungsintensität.

Das Konzept des SCHIRMSCHLAUCHES beinhaltet eine Abschirmung der Kabel auf der Länge von einem Meter durch einen mitgelieferten Kabelschlauch. Ohne Kabelschlauch beträgt die Abschirmung noch 99,9 % (30 dB, vertikal polarisiert). Der MOBILSCHLAUCH verfolgt das Ziel, den Telefonierenden bestmöglich zu schützen ohne die Kommunikation zwischen Mobilteil und Basisstation wesentlich zu beeinträchtigen.

Kopf abgewandt bietet der MOBILSCHLAUCH vertikal polarisiert eine Abschirmung von bis zu ca. 90 % (10 – 14 dB, Abb. 1 und 2). Das Gutachten zum MOBILSCHLAUCH berücksichtigt Messungen aus 2 wie 40 cm Entfernung.


Abb. 1: Ohne MOBILSCHLAUCH Abb. 2: Mit MOBILSCHLAUCH

Schirmdämpfungswerte in % oder dB sind zugegebenermaßen wenig konkret, wenn sie nicht an Beispielen verdeutlicht werden. Die Leistung eines DECT-Telefons kann 250 mW betragen. In der Praxis sind Geräte mit 160 mW nicht die Regel aber realistisch (worst case scenario). Betrachtet man eine angenommene Leistungsflussdichte von 160.000 µW / m², so würde diese durch die 99,975 % Abschirmung des SCHIRMSCHLAUCHES auf 40 µW / m² reduziert werden.

Der MOBILSCHLAUCH würde mit seiner kopfseitigen Abschirmung von 99,37 % die gleiche angenommene Leistungsflussdichte auf ca. 1.000 µW / m² reduzieren. Eine Reststrahlung von 40 µW / m² ist durch ein nicht abgeschirmtes CT1plus-Telefon selbst unter Berücksichtigung des Strahlungsanomalie-Unterschieds zwischen nicht und gepulster Strahlung nicht zu schlagen.

Eine gepulste Reststrahlung von 1.000 µW / m² wäre vergleichbar mit einer nicht gepulsten Reststrahlung von 10.000 µW / m² eines nicht geschirmten CT1plus-Mobilteils. Das beschriebene DECT-Komplettschutz-Konzept stellt somit eine Alternative zum CT1plus-Telefon dar, wobei das Rechenbeispiel noch zu Gunsten von CT1plus durchgeführt wird, denn die o.g. von MAES ermittelten Leistungsflussdichten wurden noch aus einem Abstand von 30 cm gemacht.

Eine 3. Alternative stellt die Abschirmung des CT1plus-Mobilteils, also der bei diesem technischen Standard entscheidenden Strahlung direkt am Kopf, durch den MOBILSCHLAUCH dar. Bei Tests an CT1plus-Telefonen von 2 Herstellern wurde die Reichweite im freien Feld durch den Einsatz des MOBILSCHLAUCHES von 180 auf 27 m bzw. von 145 auf 20 m reduziert.

Das Telefonieren aus der näheren Umgebung der CT1plus-Basisstation ist somit ohne Probleme möglich. Die Schirmdämpfung des MOBILSCHLAUCHES bei den CT1plus-Frequenzen 885-887 und 930-932 MHz wurde nicht ermittelt, wird sich aber nicht wesentlich von der DECT-Situation unterscheiden.

Die Abschirmleistung des SCHIRMSCHLAUCHES ist zu stark, als dass eine CT1plus-Basisstation mit ihm geschirmt werden könnte, denn aufgrund der analogen CT1-plus-Sendetechnik wird die Kommunikation zum Mobilteil selbst aus nächster Nähe sehr schnell unterbunden, auch wenn das CT1plus-Mobilteil nicht geschirmt ist.

Pressemitteilung von ESNord Herwig Borr, Hamburg



http://www.esnord.de