Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 23.11.2017

 

Kohlenmonoxid-Melder als Lebensversicherung

Share on Facebook Share on Twitter Share on Google+
Kohlenmonoxid-Melder als Lebensversicherung
12.11.2017 - 3700 Fälle von Vergiftungen mit Kohlenmonoxid (CO) pro Jahr vermeldet das Deutsche Ärzteblatt, rund zehn Prozent davon enden tödlich. Rauchgase aus schlecht ziehenden Kaminöfen oder Gasthermen stehen nach wie vor an der Spitze der Verursacher. Aber auch in Pelletslagerräumen oder Shishabars reichert sich Kohlenmonoxid in einer gefährlichen Konzentration an. Wann die dringend notwendige Sauerstoffzufuhr erfolgen muss, kann ein kleines elektronisches Gerät anzeigen. Vor dem Kauf von CO-Meldern empfiehlt es sich aber, die technischen Daten genau zu studieren. Denn je billiger das Gerät, desto länger ist die Ansprechzeit. Bei hochwertigen Geräten liegt die Ansprechzeit unter einer Minute, bei Billiglösungen können bis zu zehn Minuten vergehen, ehe die Warnung erfolgt. Für Anwender auch zu beachten: CO-Warnmelder müssen zusätzlich installiert werden, denn der "normale" Rauchmelder kann diese Funktion nicht erfüllen.

Kohlenmonoxid durch unvollständige Verbrennung und Abgase

Kohlenmonoxid entsteht vor allem bei einer unvollständigen Verbrennung. Deshalb werden CO-Melder für alle Personen empfohlen, die mit brennbaren Stoffen in geschlossenen Räumen arbeiten. Wer einen Holzofen, einen offenen Kamin oder eine Gastherme betreibt, sollte sich auch mit Belüftungstechnik und Handhabung der Ventile vertraut machen. Weiterhin empfiehlt der Deutsche Feuerwehrverband, den Ofenraum nicht zu stark zu mit Brennmaterial zu beladen. Hausbesitzer müssen Kaminanlagen oder Gasthermen regelmäßig warten lassen. Der Einbau eines CO-Melders kann diese Verpflichtung nicht aufheben. Zu einem schwerwiegenden Unglück kam es Anfang 2017 im bayerischen Arnstein. Dort verursachten die Abgase eines benzinbetriebenen Stromgenerators die CO-Immission in einer Gartenlaube. Sechs Jugendliche verloren damals ihr Leben.

Dicke Luft in Shishabars

In einigen deutschen Städten, unter anderem in Frankfurt/Main, Wiesbaden, Köln und Rosenheim, kontrollieren die Ordnungsämter und die Polizeibehörden Gaststätten, in denen Shishapfeifen geraucht werden. Wie der Spiegel im Jahr 2014 berichtete brach eine 18-Jährige plötzlich bewusstlos zusammen, nach dem sie in einer Bar die Wasserpfeife geraucht hatte. Die Konzentration von Kohlenmonoxid (CO) im arteriellen Blut der Patientin lag bei 25,7 Prozent und somit weit über einem Normalwert von maximal fünf Prozent. In Rosenheim maß die Polizei bei einer Kontrolle in zwei Bars in der Raumluft 170 ppm CO. Die Arbeitsplatzrichtline sieht einen Grenzwert von 30 ppm bei einem 8-Stunden-Tag vor. Auch hier kam es im Vorfeld bei einem Jugendlichen zu einer Kohlenmonoxidvergiftung.

Für Gaststätten fehlen gesetzliche Vorgaben zur Vermeidung von Kohlenmonoxid

Die Polizei und die Stadtverwaltungen können die Gaststätten nur ermahnen, in die Räume Lüftungsanlagen einzubauen und CO-Warnmelder anzubringen. Eine gesetzliche Grundlage haben die Behörden nicht. Laut Nichtraucherschutzgesetz dürfen die Räume, in denen Pfeife geraucht wird, nicht größer als 75 Quadratmeter sein. Für Jugendliche unter 18 Jahren ist der Aufenthalt verboten. Der Einbau einer Lüftungsanlage sollte aber im Interesse jedes Gaststättenbetreiber liegen. Falls sich Erkrankungen oder sogar Todesfälle aufgrund des Tabakrauches in Räumen ergeben, wären Schadensersatzforderungen nicht auszuschließen.

Hyperbare Sauerstofftherapie bei Rauchvergiftungen

Bei einer Kohlenmonoxid-Vergiftung docken die CO-Moleküle an den roten Blutfarbstoff (Hämaglobin) an. In der Folge werden Sauerstoffmoleküle im Blut nach und nach vom Hämoglobin verdrängt. Als vergiftungsbedingte Anzeichen gelten Müdigkeit, Benommenheit, Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und grippeähnliche Symptome. In schweren Fällen tritt Bewusstlosigkeit und Tod ein. Als erste Hilfemaßnahme muss der Betroffene ins Freie gebracht werden. Im Krankenhaus wird dem Patienten hochgradig Sauerstoff zugeführt. Einige Kliniken besitzen Druckkammern und wenden dabei die Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) an. Dabei wird unter Zuhilfenahme von Überdruck 100 Prozent Sauerstoff verabreicht, um das Kohlenmonoxid aus dem roten Blutfarbstoff zu verdrängen. Im schlimmsten Fall dauert auch die HBO-Methode noch zu lange. Forscher arbeiten daher an einer Infusionslösung, die den CO-Anteil im Blut noch rascher senken kann. Im Laborversuch wurden Mäuse damit vor dem Erstickungstod bewahrt.

Weitere Links

Kohlenmonoxidvergiftungen durch Shisha Rauchen nehmen zu
Messgerät für Kohlenmonoxid Firma Testo
Kohlenmonoxid-Melder bei Firma Conrad

Bildquelle: testo.com