Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 18.11.2017

 

Heizöl sparen mit Pappeln und Weiden

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Heizöl sparen mit Pappeln und Weiden
08.08.2008 - In diesem Jahr hat die Hochschule Rottenburg in Kooperation mit Landwirten vier weitere Versuchs- und Demonstrationsflächen mit schnell wachsenden Baumarten angelegt. Zwei Flächen befinden sich in der Umgebung von Rottenburg, eine im Kraichtal und eine im Schwarzwald. Damit stehen nun neben dreißig waldbaulichen Versuchs- und Trainingsflächen insgesamt fünf so genannte Kurzumtriebsflächen für Untersuchungen und für die studentische Ausbildung zur Verfügung.

Auf diesen Kurzumtriebsflächen wurden im Frühjahr Stecklinge verschiedener Pappel- und Weidensorten ausgebracht. Als "Schnellstarter" sind einige Sorten in der Lage, bei geeigneten Bedingungen bereits im ersten Jahr Höhentriebe von deutlich über 1,5 m zu leisten.

Je nach Standort soll auf den Versuchsflächen pro Jahr und Hektar eine Holzmenge zuwachsen, bei deren Verbrennung mindestens 4000 - 5000 Liter Heizöl eingespart werden können.

Geplant ist, dass die Bäumchen je nach Flächenkonzeption in 3 bis 8 Jahren das erste Mal geerntet werden. Die Wurzelstöcke treiben erneut aus, so dass nach einmaliger Pflanzung eine mehrfache Nutzung möglich ist. Das geerntete Holz kann z.B. in Form von Hackschnitzeln zur Energieerzeugung genutzt werden. Bei längeren Erntezyklen ist eine alternative Verwendung als Rohstoff für die Papier- oder Holzwerkstoffindustrie möglich.

Kurzumtriebsflächen mit schnell wachsenden Baumarten bieten eine Reihe von Vorteilen. Der Arbeits- und Energieaufwand für den Anbau ist gering und konzentriert sich auf das erste Jahr und die späteren, im Winter stattfindenden Ernten. Durch ihre sehr günstige Kohlendioxidbilanz leisten diese Flächen einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz. Auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und von Dünger ist im Vergleich zu Ackerflächen deutlich geringer. Der Naturschutzwert wurde in bisherigen Studien stets höher bewertet als der von herkömmlich bewirtschafteten, benachbarten Ackerflächen. Auch wenn Kurzumtriebsflächen der früher verbreiteten Niederwaldnutzung ähneln, bleiben die Flächen unter bestimmten Bedingungen landwirtschaftliche Nutzfläche.

Auf den Versuchsflächen laufen zurzeit mehrere Diplom- bzw. Bachelorarbeiten von Studenten der Hochschule Rottenburg. Dabei werden verschiedene Fragestellungen bezüglich geeigneter Sorten und Begründungsvarianten untersucht. Ziel ist es, konkrete Anbauempfehlungen für die regionalen Verhältnisse ableiten zu können. Außerdem dienen die Flächen der praktischen Wissensvermittlung an Studenten aller Studiengänge.

Insbesondere in dem 2007 gestarteten Bachelorstudiengang "BioEnergie" spielt die Thematik des Anbaus von schnell wachsenden Baumarten eine wichtige Rolle.

Weitere Auskünfte erhalten Sie bei Göran Spangenberg (goeran.spangenberg@hs-rottenburg.de oder Tel. 074 72/951-240).

Quelle: http://idw-online.de/pages/de/news273432
Bildquelle: Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg