Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 19.11.2017

 

Funkgewitter durch Smartphones

Share on Facebook Share on Twitter Share on Google+
Funkgewitter durch Smartphones
27.01.2015 - Die klassischen Handys sind stark auf dem Rückzug. Ihr Marktanteil wird bald auf unter zehn Prozent absinken. Dabei haben sie hinsichtlich Funkbelastung gegenüber Smartphones einen beträchtlichen Vorteil: sie senden im Ruhezustand nicht permanent Signale aus. Wer sein Smartphones tagsüber bei sich trägt oder nachts in Bettnähe ablegt, ist einem ständigen Funkgewitter ausgesetzt. Jeder Impuls sorgt für eine Funkbelastung von mehr als fünf Milliwatt je Quadratmeter (mW/m2). Im Vergleich dazu ist die Immission von Mobilfunkbasisstationen im Durchschnitt geringer. Sie liegt unter zwei mW/m2.

Unterschiede bei der Funkbelastung zwischen klassischem Handy und Smartphone

Die klassischen Handys dienen zum Telefonieren und Verschicken von Textnachrichten (SMS). Zusatzprogramme sind nicht verfügbar. Im Ruhezustand nimmt das Handy maximal ein bis zweimal je Stunde einen Kontakt zur Basisstation auf und sendet dabei einen Impuls in oben genannter Feldstärke aus. Smartphones sind anders programmiert. Sie nehmen zwar auch mit der Basisstation Kontakt auf, suchen darüber hinaus permanent Verbindung zu lokalen WLAN-Routern. Eine weitere Kontaktebene ergibt sich durch die Synchronisierung mit Online-Diensten wie Email-Clients, Facebook- und Twitteraccounts oder Serviceanbietern wie z. B. die Bahn AG. Wer das Smartphone beruflich nutzt, hat darüberhinaus Verbindung zum Firmenserver.

Apps sorgen für ein Funkgewitter

Je mehr Zusatzprogramme installiert sind, desto intensiver ist der Funkkontakt. Standardmäßig sind die Apps so eingestellt, dass ein automatisches Update erfolgt. Ein permanentes Funkgewitter ist die Folge. Durch Abschaltung des Automodus reduziert sich die Funkbelastung um 25 Prozent. Auch die WLAN-Suchfunktion lässt sich abschalten. Im häuslichen Bereich ist dies sehr sinnvoll. Immissionsschutz und Akkulaufzeit gehen Hand in Hand. Die unbemerkte Funktätigkeit im Hintergrund reduziert auch die Daten-Flatrate.

Empfehlenswerte Untersuchung im Tagungsband der 7. EMV-Tagung

Dipl.-Ing. Dietrich Ruoff hat die Emissionen von Smartphones und klassischen Handys intensiv untersucht. Ein empfehlenswerter Bericht mit zahlreichen Graphiken findet sich im Tagungsband der 7. EMV-Tagung vom April 2013 in München. Der Tagungsband ist über den Verband Deutscher Baubiologen (VDB) erhältlich.

Weitere Links:

SAR-Werte von Mobiltelefonen
Funktionsunterschiede zwischen klassischen Handys und Smartphones


Bildquelle: www.shutterstock.com maxriesgo