Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 18.11.2017

 

Förderung von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen

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Förderung von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
21.11.2003 - Trotz der guten Eigenschaften tragen die momentan noch höheren Preise von Naturdämmstoffen dazu bei, dass ihr Marktvolumen nicht mehr als derzeit 5 % der 29 Mio. m3 verbauten Produkte in Deutschland ausmacht.

Sie attraktiver zu machen heisst einerseits, sie günstiger anzubieten und andererseits ihre Vorteile bekannt zu machen. So kann langfristig gewährleistet werden, dass eine steigende Nachfrage und das daraus resultierende wachsende Marktpotenzial die Preise für Naturdämmstoffe senken.

Aus diesem Grund bezuschusst das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) durch die neue Förderrichtlinie „Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen" den Einsatz von Naturdämmstoffen. Mit der Durchführung der Richtlinie ist die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) beauftragt.

Beim Markteinführungsprogramm werden die Produkte in zwei Kategorien unterteilt und müssen dementsprechend unterschiedlich hohe Anforderungen erfüllen, um die Förderfähigkeit von 40 EUR (Kategorie I) oder 30 EUR (Kategorie II) je m3 Dämmstoff zu erreichen. Produkte aus Altpapier/Cellulose, aus Jute-, Sisal- und Kokosfasern sowie auch Produkte aus Holz sind im Rahmen des Markteinführungsprogramms Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen derzeit nicht förderfähig.

Für die Aufnahme in die Förderliste Dämmstoffe müssen alle Produkte gemäß den Anforderungen des Markteinführungsprogramms mindestens folgende Kriterien erfüllen:

· Die Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen müssen über eine gültige nationale „Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung" (AbZ) oder eine „Europäisch Technische Zulassung" (ETZ/ETA) und einen entsprechenden Konformitätsnachweis verfügen sowie für die beim Bauvorhaben vorgesehenen Einsatzgebiete zugelassen sein.
· Der Masse-Anteil der nachwachsenden Rohstoffe am Produkt muss mindestens 75 % betragen. - Die Produkte müssen für den Brandschutz mindestens der Baustoffklasse B2 zugeordnet sein und für den Wärmeschutz eine Wärmeleitfähigkeit (Bemessungswert) von <_ 0,06 W/mK aufweisen.
· Die Produkte müssen gesundheitlich unbedenklich sein und dürfen keine nachteiligen Umwelteigenschaften aufweisen [6 bis 9]. Die gesundheitliche Unbedenklichkeit und die Umwelteigenschaften sind wie folgt nachzuweisen:
• Vorlage einer Erklärung, dass die Anforderungen der Nr. 2.2 bis einschließlich Nr. 2.6 der natureplus-Basiskriterien [10] (Richtlinie, Stand Januar 2002) erfüllt werden.
• Vorlage einer Volldeklaration gemäß Nr. 3.1 der natureplus-Basiskriterien.
• Vorlage eines Konzepts zu Nr. 8.1 und einer Erklärung zu Nr. 8.2 der natureplus- Basiskriterien.
• Entsprechend einem Prüfplan (wie dem von natureplus e. V.) ist für ausgewählte wesentliche Umwelt- und Gesundheitsaspekte eine Produktprüfung zu beauftragen und das Prüfzeugnis vorzulegen.

Aus den Landesbauordnungen (LBO) der einzelnen Bundesländer ergeben sich in Deutschland baurechtliche Anforderungen an Außen- und Trennwand-Bauteile mit Wärme- und Schalldämmstoffen (sowie allgemein an Bauprodukte und Bauarten), die bei der Verwendung im Hochbau eingehalten werden müssen.

Diese sind in den sog. „Eingeführten Technischen Regeln/Baubestimmungen" (ETB [1]) enthalten und verweisen auf die speziellen Anforderungen aus den Produktnormen (nationale DIN-Standards wie z. B. DIN 18165 [2] für Faserdämmstoffe) oder für die derzeit nicht genormten Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen auf die zusätzlichen Anforderungen gemäß den jeweiligen „Allgemeinen baurechtlichen Zulassungen" (AbZ [3]).

Diese sind mit den dort und in DIN V 4108 [4, 5] angeführten Hinweisen zur Verwendung und Bemessung der Dämmstoffe generell zu beachten, um eine vergleichbare Bewertung der Bauprodukte im Sinne der Förderrichtlinie sicherzustellen.

Mit der Durchführung des Programms ist die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) mit Sitz in Gülzow beauftragt. Als Projektträger des BMVEL koordiniert die FNR alle Aktivitäten zur Förderung nachwachsender Rohstoffe. An sie sind die Anträge im Rahmen des Förderprogramms zu richten.


http://www.fnr.de/