Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 20.04.2019

 

Elektrosmog im Kuhstall oder WLAN für Wiederkäuer

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Elektrosmog im Kuhstall oder WLAN für Wiederkäuer
22.01.2019 - Die moderne Landwirtschaft ist eine wichtige Zielgruppe für Politik, Forschung und Industrie, ebenso für Großkonzerne oder Startups. 5G-Technik für den Kuhstall, selbstfahrende Traktoren, Robotereinsatz beim Melken und Füttern oder Saatgut-streuende Drohnen stellen eine Auswahl der möglichen Anwendungen auf dem Bauernhof dar. Die hochtechnisierten Anwendungen sind aber nicht frei von Elektrosmog. Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern auf das Tierwohl fallen bei den PR-Meldungen der Hersteller regelmäßig unter den Tisch. Dabei hatte die Rinderstudie der Universität Zürich aus dem Jahr 2014 und die Schweinezucht-Studie des niederbayerischen Bauern Josef Hopper, ebenfalls aus 2014, bereits statistische Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Mobilfunkstrahlung und Tiergesundheit aufgezeigt.

Jetzt kommt der Elektrosmog von innen

Bei der oben genannten Schweinestudie aus Passau wirkten elektromagnetische Felder von einem 300 Meter entfernt gelegenen Mobilfunksender auf die Tiere ein. Als Folge verringerte sich die durchschnittliche Zahl der lebend geborenen Ferkel pro Wurf um rund zehn Prozent.
In den hochtechnisierten Tierställen des Jahres 2019 kommen die Funkwellen von den WLAN-Sendern aus der unmittelbaren Umgebung. Unter dem Stichwort "Gesundheits- und Ertragsmonitoring" wird die Milchkuh mit funkenden Sensoren ausgestattet. Mit Datensammlern am Hals der Kuh erhält der Bauer Informationen zu Wiederkauaktivität, Fress- und Bewegungsverhalten des Tieres. Das Verdauungssystem der Kühe gilt als Schaltstelle für Wohlbefinden, Gesundheit und Leistung und wird daher von den Sensoren im Sekundentakt überwacht.
Pedometer an den Beinen messen die Bewegungsaktivität der Kuh. Mit diesen erfassten Daten lassen sich Brunst und optimaler Besamungszeitpunkt erkennen. Die zurückgelegte Strecke der Vierbeiner liest der Bauer abends am Computer ab. Laufen die Tiere zu wenig, sind sie möglicherweise krank; laufen sie überdurchschnittlich viel, steht möglicherweise eine Kalbung bevor.
Eine äußerst fragwürdige Methode der Datenerfassung stellt der "Pansenbolus" dar. So hat eine Firma aus Graz ein zehn Zentimeter langes, mit medizinischem Kunststoff ummanteltes Gerät entwickelt, welches die Kuh schlucken muss und bis zum Lebensende im Pansen mit sich führt. Der Sensor misst unter anderen Körpertemperatur, Bewegung und Trinkverhalten und überträgt die Daten per WLAN auf ein Smartphone oder Tablet. Anhand dieser Daten erkennt der moderne Bauer, ob der richtige Zeitpunkt für die Besamung gekommen ist, ob die Kuh bald kalbt oder ob sie krank ist.

Niederfrequente elektrische und magnetische Felder durch den Fütterungsroboter

Sehr kostenintensiv sind Fütterungs- und Einstreuroboter. Zudem sorgen die Hightech-Geräte mehrfach für Elektrosmog im Kuhstall. Ein Roboter in der Futterküche wiegt, mischt und dosiert das Futter individuell für "seine Kunden". Per WLAN informiert das Gerät den Fütterungsroboter. Der elektronische Helfer sorgt für die Verteilung der Futterrationen. Beide Roboter sind jeweils mit einem Frequenzumrichter bestückt, welcher in Verdacht seht, "dirty power" durch Oberwellen zu erzeugen. Auch eine weitere Elektrosmogquelle fällt in diesem Zusammenhang auf: die Roboter finden ihren Weg im Stall anhand von induktiven Sensoren im Boden. Als Nebenwirkung entsteht ein statisches Magnetfeld im Umfeld dieser Impulsgeber. Über die Stärke und Ausbreitungsstrecke des Magnetfeldes findet der Leser in den Produktbeschreibungen kein Wort vor.

5G auf dem Kartoffelacker sorgt für Elektrosmog im Führerhaus

Folgende Vision wird den Landwirten bei der Ausbringung von Düngemitteln und Herbiziden herangetragen: Eine Drohne scannt das Feld mit einer Multispektralkamera. Ein 5G-Sender überträgt die hochauflösenden Bilder in Echtzeit an den Traktor und die Ausbringungseinheit. Ziel der Ingenieure ist es, das teure Düngemittel genau dosiert auf den Acker zu bringen. Der genannte Prozess erfordert im Upload eine große Bandbreite, die nur mit dem erweiterten LTE ("LTE-advanced") oder der Mobilfunktechnik "5G" zu erreichen ist. Beim Düngestreuer kommt zusätzlich Radar zum Einsatz. Denn mit Hilfe einer Funkortung wird die Flugbahn der Körner überwacht und bei Bedarf nachregelt. Die Einbeziehung von Wettervorhersagen in Echtzeit steht ebenfalls ganz oben auf der Wunschliste des Landwirts.
Bereits jetzt gleicht der Innenraum eines Traktors einem Cockpit. Ackern, Aussäen und Ernten erfolgt computergesteuert mit Unterstützung von GPS-Signalen. Mit dem Smartphone steuert der Bauer seine Verwaltungsaufgaben tagsüber auf dem Traktor. Und zwischendurch kann er sich die neueste Ertragsstatistik aus dem Kuhstall auf dem Monitor anzeigen lassen.

Weitere Links zum Thema

baubiologie-regional.de Rinderstudie Zürich
mobilfunk-oberfranken.de Schweinezuchtstudie
informationszentrum-mobilfunk.de 5G Nutzen und Anwendungen
vodafone.de Digitaler Ausblick
www.lbv-bw.de Unternehmertag des Landesbauernverbands Baden-Württemberg
maz-online.de Der digitalste Kuhstall Brandenburgs
br-automation.com / Kundenmagazin / Der intelligente Kuhstall
agrarheute.com Erste Tests 5G-Mobilfunknetz
ngin-food.com/ Digitalisierung Landwirtschaft
steiermark.orf.at Grazer Sensor bringt alle Kühe aufs Handy
stmk.lko.at Sensortechnik im Herdenmanagement
Foto: fotalia.de #217217471







 


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