Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 14.12.2017

 

Die Industrie entdeckt das nachhaltige Bauen

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Die Industrie entdeckt das nachhaltige Bauen
18.01.2011 - Gesundes Bauen und Wohnen ist im baubiologischen Standard (SBM 2008) fest verankert. Natürliche Baustoffe, gesundes Raumklima, Energieeinsparung, schadstoff- und elektrosmogfreie Einrichtung sind die wichtigsten Anforderungen der Baubiologen.

Inzwischen ist im industriellen Bauen die Idee des nachhaltigen Bauens über den Umweg Amerika in Europa angekommen. Der Zweck heiligt die Mittel. So lässt sich mit der Bezeichnung „Green Building“ der Verkaufswert von Wohn- und Büroimmobilien erhöhen.

Die wesentlichen Kriterien für den Erhalt des Zertifikats sind wie folgt beschrieben:

• Energiesparendes Bauen und Betreiben
• Einsatz umweltschonender Baustoffe
• Nachhaltige Ressourcenverwendung
• Vermeidung von Risiken für die lokale Umwelt
• Besondere Berücksichtigung von Gesundheit und Behaglichkeit
• Nachhaltiger Gebäudebetrieb

Die durchgeführten Maßnahmen zur Umsetzung des Standards sind von der Entwurfsplanung bis zum Betreiben der Wohnanlage zu dokumentieren. Bei nicht genormten Baustoffen sind die Inhaltsstoffe zu deklarieren. Zum Nachweis des gesunden Innenraumklimas müssen Raumluftmessungen von akkreditierten Prüfinstituten durchgeführt werden. Als Richtlinie für Innenraumschadstoffe gelten die Vorgaben des Umweltbundesamt.

Gold, Silber, Bronze bzw. Platin, Gold, Silber

Die Zertifizierung stellt drei Differenzierungsgrade zur Wahl: Gold, Silber oder Bronze. Das amerikanische System verwendet die Begriffe Platin, Gold oder Silber. Die Labels werden je nach Erreichen eines bestimmten Erfüllungsgrades vergeben. Die Gebühren sind von der Größe des Bauwerks abhängig. Die Spanne dürfte von 3 bis 20 Tausend Euro reichen. Dazu kommen die Kosten für den Auditor.

Kritische Bewertung

Dank eines Gesinnungswandels in Amerika kommt die Idee des nachhaltigen Bauens auch in Deutschland an. Zum Wohle der Umwelt und der Menschen, die in den Gebäuden wohnen oder arbeiten, ist diese Entwicklung sehr zu begrüßen.

Für Euphorie besteht aber noch kein Anlass: So sind die Vorgaben des baubiologischen Standards z. B. für Innenraumschadstoffe wesentlich strenger. Und das Thema "Elektromagnetische Felder" scheint beim „Green Building“ Konzept überhaupt nicht berücksichtigt worden zu sein.

Weiterführende Links:

https://www.leedonline.com
http://www.dgnb.de
http://www.alpha-ee.de
http://www.eu-greenbuilding.org/