Baubiologie und Oekologie

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Bayreuth, 18.11.2017

 

Der Funkchip im Kuhstall

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Der Funkchip im Kuhstall
16.06.2011 - Während in Bereichen der Logistik und im Verkauf über die Einführung der RFID-Technik noch heftig diskutiert wird, ist die Anwendung des Funkchips in der Landwirtschaft schon seit einigen Jahren vollzogen worden. Aufgrund immer größerer Ställe kann sich der Bauer nicht mehr um die Ernährungsbedürfnisse jeder Kuh persönlich kümmern. Dies erledigt inzwischen eine raffinierte Software in Zusammenhang mit Funkchips, sogenannten Transpondersystemen.

Die moderne Kuh trägt heutzutage einen RFID-Chip, welcher einem zentralen Computer mitteilt, um welche Kuh es sich handelt und was sie essen darf. Das Computerprogramm hat die individuellen Daten der Tiere gespeichert und errechnet daraus, welche Kraftfutterzusammensetzung in welcher Menge verabreicht wird. Ziel ist die Gewinnung einer optimalen Milchmenge.

Welche Technik steckt hinter der Tiererkennung ?

Der wichtigste Bestandteil ist der RFID-Chip. RFID bedeutet radio frequency identification code, d. h. ein Datenerkennungssystem, welches auf Funkbasis arbeitet.

Zu einem RFID-System gehören immer drei Komponenten:

1. ein RFID-Transponder, der an der Kuh angebracht wird
2. ein Lesegerät als aktives Element an der Futterstelle
3. die Funkfrequenzen selbst

Ein Transponder besteht aus einem Mikrochip, einer Antenne und einem Gehäuse. Das Gerät kann am Fußgelenk der Kuh oder am Ohr angebracht sein. Der Chip sendet seine Informationen auf Abruf und ist ansonsten passiv.

Der aktive Teil des Systems ist das Lesegerät. Es holt die Daten ab, wenn das Tier an der Station vorbeiläuft und leitet diese an den Computer weiter. Der Rechner nimmt dann anhand der in der Datenbank gespeicherten Angaben die Futtersteuerung vor. Das Lesegerät liefert mit seinem Magnetfeld auch die benötigte Energie für den RFID-Chip, der damit auf eine eigene Energieversorgung verzichten kann.

Die Frequenzbereiche von Transpondersystemen können variieren: 125 bzw. 135 KHz; 3 bis 27 MHz; 433 MHz oder höhere Frequenzen. In der Landwirtschaft wird vorzugsweise die niedrige Fequenz von kleiner 135 KHz verwendet. Damit lassen sich kurze Entfernungen überbrücken.

Sind gesundheitliche Auswirkungen der Funktechnik bekannt ?

Das Magnetfeld trifft die Kuh immer beim Vorbeilaufen am Lesegerät. Ein direkter Schaden für die Kuh ist kaum zu erwarten. Fraglich ist, ob bei trächtigen Kühen das Embryo geschädigt werden kann. Verwertbare Daten sind bisher kaum zu erhalten, da sich jeder Landwirt sehr bedeckt hält, wenn es um Schäden im eigenen Kuhstall geht.

Extreme Entwicklungstendenzen

Ein deutsches Forschungsunternehmen hat ein Transpondersystem entwickelt, das sich im Pansen der Kuh befindet. Es ermittelt im 133 kHz-Frequenzbereich den pH-Wert im Blut sowie die Körpertemperatur. Die Daten werden über eine eingekapselte Messsonde in Form von Sensorsignalen drahtlos an externe Empfangseinheiten am Halsband des Tieres übertragen und von dort aus über ein drahtloses Sensornetzwerk zu einer zentralen Datenbank mittels WLAN-Technk weitergeleitet. Ist der pH-Wert einer Kuh durch eine ernährungsbedingte Stoffwechselkrankheit zu niedrig, bekommt der Landwirt einen Warnhinweis auf seinen PC. Hier ist ernsthaft zu fragen, ob der Tierschutz nicht einschreiten müsste.

Mehr Informationen zu RFID-Systemen finden sich auf folgenden Webseiten:

http://www.rfid-journal.de
http://www.rfid-handbook.de/rfid/index.html