Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 21.08.2017

 

Blauer Engel für Schnurlostelefone

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Blauer Engel für Schnurlostelefone
24.05.2017 - Das Umweltkennzeichen "Blauer Engel" kennen die meisten Menschen im Zusammenhang mit Farben, Lacken, Bodenbelägen oder Polstermöbeln. Inzwischen darf auch eine Produktreihe von Sinus-Schnurlostelefonen das Umweltlabel führen. Der Baubiologe Dr. Martin H. Virnich aus Mönchengladbach stellte bei einem Vortrag in Altenkunstadt (Landkreis Lichtenfels) verschiedene Typen dieser Telefone vor. Eingeladen hatte die heimische Bürgerinitiative Mobilfunkstandort Altenkunstadt mit dem Ziel, strahlungsfreie Geräte und Techniken im häuslichen Bereich vorzustellen. Im zweiten Teil des Abends schärfte der promovierte Elektroingenieur den Blick für die Einstellung und Handhabung von Routern, um unerwünschte elektromagnetische Felder zu vermeiden.

DECT-Telefone mit dynamischer Leistungsregelung und Abschaltfunktion

Das Umweltbundesamt und das Vergabeinstitut RAL haben den "Blauen Engel" für die Produktreihe Sinus 206, 207, 406 und 606 aufgrund folgender Kriterien vergeben: a) die Mobilstation sendet keine Funkwellen aus, wenn nicht telefoniert wird, b) während des Telefonats greift eine 4-stufige Leistungsregelung und c) die oben genannten Funktionen sind werksseitig eingestellt. Gerade der letzte Punkt ist ein bedeutender Fortschritt für die Konsumenten. Zwar gab es die Abschaltfunktion bereits etliche Jahre zuvor schon bei anderen Anbietern, jedoch musste sie über das Menüsystem des Telefons erst aktiviert werden. Viele Anwender kannten diese Möglichkeit gar nicht, wenn sie der Verkäufer nicht ausdrücklich darauf hingewiesen hatte. Zudem war die Aktivierungsfunktion in der Bedienungsanleitung meistens im hinteren Drittel platziert und somit nicht im Blickfeld.
Martin Virnich empfiehlt folgende Gerätekombination: ein schnurgebundenes Telefon für den Standardgebrauch und ein strahlungsarmes Telefon für kurze Gespräche, zum Beispiel im Garten. Kombigeräte haben zum Teil noch ihre Macken. In einer Serie der Sinusreihe funktionierte die Abschaltfunktion nicht, wenn vorher mit dem kabelgebundenen Teil telefoniert wurde. Nicht zu empfehlen ist auch die Kombination verschiedener Hersteller: wenn beispielsweise eine Gigaset-Basisstation mit einem Mobilteil der Marke Sinus verwendet wird. Der Baubiologe weist darauf hin, dass die Abschaltfunktion immer noch die Ausnahme darstellt. Technischer Standard sei das permanent funkende Gerät.

Die Umstellung auf IP-Technik soll bis Ende 2018 vollzogen sein

Bis Ende 2018 will die Telekom sämtliche Festnetzanschlüsse von ISDN auf IP-Technologie (IP = Internet Protokoll) umstellen. Der Kunde benötigt dann auf jeden Fall einen IP-fähigen Router. Die bisherigen ADSL-Modems für ISDN haben damit zwar ausgedient, die übrige Technik wie Telefone, Faxgeräte oder TK-Anlagen bleibt aber noch voll funktionsfähig. Wichtig: der Kunde sollte sich im Rahmen der Technikumstellung keine neue Ausrüstung aufschwatzen lassen. Dr. Virnich rät, vor dem Kauf des neuen Routers genau hinzuschauen. Um die hohen Übertragungsgeschwindigkeiten des Providers nutzen zu können, sollte das Gerät "vectoring-fähig" sein.

Router mit vorinstallierter DECT- und WLAN-Funktion erkennen

Alle Anbieter von Telekommunikation setzen auf drahtlose Technik. Wer hochfrequente Strahlung in der eigenen Wohnung vermeiden will, muss wachsam sein und informiert bleiben. VDSL-Router von allen Anbietern beinhalten eine DECT- und eine WLAN-Funktion. Im günstigsten Fall lässt sich die Funktechnik abschalten. Die Fritz-Box der Firma AVM besitzt zwei Knöpfe am Gehäuse für die Abschaltung. Beim "Speedport" der Telekom muss DECT und WLAN über die Software abgeschaltet werden. Bei anderen Fabrikaten ist die Gebrauchsanweisung zu lesen. Es lohnt sich, die wichtigsten Informationen vor dem Kauf einzuholen. Martin Virnich rät, den Router nicht zu überdimensionieren. Er befürchtet, dass die zweite WLAN-Frequenz im Bereich von 5 Gigahertz dann nicht mehr abschaltbar ist. Vorsicht ist auch geboten, wenn der Betreiber ein Software-Update auf dem Router installiert und damit die drahtlose Technik wieder in Gang setzt. Wer sicher gehen will, ob WLAN oder DECT abgeschaltet ist, muss mit einem Hochfrequenzmessgerät nachmessen (lassen).

WLAN to-go Angebote nicht akzeptieren

Telekom und andere Provider bieten seit kurzem eine "WLAN to-go" Variante an. Damit stellt der Kunde seinen WLAN-Anschluss für andere Benutzer zur Verfügung. Als Gegenleistung erhält der Teilnehmer bei der Telekom einen kostenlosen Zugang zum deutschen HotSpot Netz und allen "FonHotSpots" weltweit. Martin Virnich rät, die WLAN to-go Variante zu kündigen, falls diese Klausel bereits im Vertrag enthalten ist. Andernfalls würde man sich nicht nur die Felder des eigenen WLAN-Senders ins Haus holen, sondern auch noch die Strahlung eines weiteren, separaten Hotspots für externe Nutzer.

WLAN-Belastung etwas verträglicher gestalten

Ein innovatives System bietet die Firma homeway für Leute an, die glauben, nicht ohne ihr Smartphone leben zu können. Ausgangspunkt sind verkabelte Anschlüsse in verschiedenen Räumen des Hauses. In eine zusätzliche Buchse lässt sich ein skalierbarer WLAN-Sender einstecken. Die WLAN-Signale kommen nur dorthin, wo sie gerade gebraucht werden und dies mit einer geringstmöglichen Sendeleistung. In Neubauten soll es zukünftig zum Standard gehören, dass jedes Zimmer mit einem LAN-Kabel und einer Multifunktionsdose ausgestattet ist.

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