Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 14.12.2017

 

Beispiel für ökologische Altbausanierung

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02.03.2002 - Die Öko-Architektin Sabine Rothfuss aus Theilenhofen stellt nachstehend das Projekt
„Umbau eines ehemaligen Bauernhofes zu einem Wohnhaus" vor:

Das in Teilen ca. 200 Jahre alte Gebäude stand nicht unter Denkmalschutz und war in einem schlechten Zustand . Die Entscheidung für den Erhalt fiel vor allem deshalb, weil das Gebäude ideal dem Grundstück angepasst ist.

Die windige Westseite steht fensterlos auf der Nachbargrenze, die Nordseite ist der Straße zugewandt, und bildet mit der zur Garage rückgebauten Scheune einen kleinen Eingangshof .

Mit dem Rückbau der im Vergleich zum ehemaligen Wohn-Stallhaus überdimensionierten Scheune entspricht das Gebäude wieder seinen ursprünglichen Proportionen. Die langgestreckte Südseite ist dem Garten zugewandt.

Der neue Anbau bildet mit dem Haupthaus einen warmen Südwest-Winkel. Die ideale Ausrichtung für passive Sonnenenergienutzung. Ein Neubau hätte die geltenden Abstandsflächen einhalten müssen. Der Garten ist einblickgeschützt.

Die Erdgeschoßräume haben einen erdigen Charakter. Sie sind bis auf den Wintergarten recht niedrig und in warmen Tönen gestrichen, z.T. wurde der Lehm natürlich belassen. Die Räume im Obergeschoss sind hell und hoch, offen bis zum First, und öffnen sich durch Firstbelichtungen zum Himmel.

Besondere Merkmale der sanierten Anlage:

Das Gebäude ist ohne Aufwand teilbar in zwei unabhängige Haushälften oder potentielle Praxisräume mit eigenem Eingang.

Die Wandheizung wurde mit baubiologisch unbedenklichen PE- Rohren realisiert. Ein Sockelrohr wirkt als thermische Feuchtigkeitssperre, die das Gebäude trocken hält und den Salpeter deaktiviert. Die Rohre sind eingeputzt in Lehm und reinen Kalkputz. Die Heizung wurde nach dem Vorbild von Dr.-Ing. Großeschmid aus München weiterentwickelt. Das Heizungskonzept wird durch Gasheizung Gasherd und 10 m2 Warmwasser-Kollektoren ergänzt.

Der seitliche Anbau in Holzständerausführung wurde mit 20 cm Zellulosedämmwolle gedämmt. Innenseitig wurden Lehmplatten verwendet, mit Lehm verputzt, außen Lärcheschalung.

Die gut gedämmten Böden sind zum Teil gemauert oder wurden als Massivdielenböden ausgeführt, im EG ohne Betonsohle.

Für Helligkeit im Obergeschoss sorgen die Ganzglasgauben auf der Südseite.

Für die Dachschrägen wurden massive, 3 cm starke rohe Fichtebretter als Boden-Deckelschalung eingebaut.

Regenwassernutzung ist für WC und Waschmaschine vorgesehen. Es wurden ausschliesslich baubiologische Materialien verwendet.

Die Bauzeit betrug 14 Monate. Es entstand eine Nutzfläche von 310 m2, davon Wohnfläche von 280 m2. Die Baukosten beliefen sich auf 600.000 DM inclusive 150.000 DM Eigenleistung.

Wenn Sie die Architektin Sabine Rothfuss persönlich kennenlernen wollen, besuchen Sie am Samstag, 16. März 2002 das Seminar „Ökologische Altbau-Sanierung in Bayreuth.


http://www.architektur-con-terra.de