Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 19.11.2017

 

Baubiologische Elektrotechnik

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Baubiologische Elektrotechnik
06.09.2004 - Durch unsere hoch technisierte, vernetzte Umwelt werden die Auswirkungen der Elektrizität derzeit von immer mehr Menschen als Beeinträchtigung Ihrer Gesundheit empfunden. Obwohl wir keine sinnliche Wahrnehmung für elektromagnetische Felder haben, kann es häufig zu signifikanten Befindlichkeitsstörungen kommen. In diesem Fall spricht man von Elektrosensibilität. Derzeit geht man davon aus, dass in Deutschland ca. 6% der Bevölkerung als elektrosensibel einzustufen sind.

Dies sollte bei der Planung und Ausführung neuer Elektroanlagen berücksichtigt werden. Getreu dem Motto: „Zuerst der Mensch – dann die Technik", biete ich meinen Kunden seit vielen Jahren „baubiologisch verträgliche" Elektroanlagen an. Hauptaspekt ist hierbei die Minimierung der Elektrosmog Belastung.

Die Realisierung beginnt bereits mit der richtigen Planung muss stets individuell und objektspezifisch durchgeführt werden.

Bei Neubauvorhaben kann durch sorgfältige Planung eine Elektro-Anlage realisiert werden, die sich an extrem niedrigen Vorsorgegrenzwerten orientiert und daher baubiologisch unbedenklich ist. Diese Anlage kostet häufig nur wenig mehr und spart zusätzlich Energiekosten!

In der Praxis werden häufig drei Maßnahmen kombiniert:

1. Feldvermeidung
2. Feldabschaltung
3. Feldabschirmung


Die Erdung des Gebäudes ist von besonderer Bedeutung und muss sehr sorgfältig ausgeführt werden um die Entstehung und Verbreitung von EMF über leitfähige Gebäudeteile, wie z.B. Heizungs- und Wasserleitungen zu vermeiden.

Durch die Wahl der günstigsten Netzform und Schutzmaßnahme, der passenden Leitungen, Leuchten und Betriebmittel legt der erfahrene Planer den Grundstein für eine minimale Elektrosmog Belastung. Schlaf- und Ruheplätze sollten möglichst weit vom Hausanschluss, der Hauptzuleitung dem Zählerschrank und den Unterverteilungen entfernt liegen.

Zusätzlich lassen sich für diese sensiblen Bereiche installationsfreie Zonen einplanen, in denen sich keine Leitungen und Verbraucher befinden dürfen. Hierbei sollte nach meiner Erfahrung ein Radius von mindestens 1 Meter eingehalten werden. Dabei sind auch die Boden- und Deckenflächen sowie die Rückseiten der umgebenden Wände mit einzubeziehen.

Ist die Feldvermeidung nicht technisch nicht möglich, kann entweder konventionell über geeignete Schalter, oder über automatische Feldfreischalter eine Abschaltung der Emissionsquellen erfolgen. Der Freischalter wird häufig als Allheilmittel angepriesen. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass Immissionen nicht allein aus den freigeschalteten Stromkreisen resultieren, sondern ebenfalls durch Leitungen und Verbraucher benachbarter Stromkreise oder sogar von Quellen außerhalb des Gebäudes verursacht werden.

Wenn weder die Vermeidung, noch die Abschaltung der elektromagnetischen Felder möglich sind, werden Abschirmungen erforderlich. Hierzu stehen dem Planer abgeschirmte Produkte für die gesamte elektrische Anlage von der Schalterdose in der Wand über die Leitung bis zur Steckdose zur Verfügung. Bei Abschirmprodukten ist jedoch zu bedenken, dass nur die elektrischen Felder geschirmt werden. Die magnetischen Felder lassen sich kaum, bzw. nur unter sehr großem Aufwand reduzieren.

Die Ausführung der Erdung, die Einhaltung der Schutzmaßnahmen und VDE-Vorschriften sowie die Prüfung der Wirksamkeit der durchgeführten Abschirmungen muss in einem Prüfprotokoll dokumentiert werden. Dies ist eminent wichtig, da es bei fehlerhafter Ausführung zu einem Umkehreffekt, also einer Verstärkung der elektromagnetischen Felder oder sogar zu gefährlichen Berührungsspannungen kommen kann.

Das Prüfprotokoll, das sich am Standard baubiologischer Messtechnik orientieren sollte, gibt den Bewohnern die Gewissheit eine besonders strahlungsarme Technik zu besitzen. Außerdem lassen sich auf diese Weise Veränderungen an der Anlage bei Wiederholungsmessungen leichter feststellen.

Author: Harald Moritz, Würselen bei Aachen


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