Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 11.12.2018

 

BUND warnt vor Mobilfunkanwendungen im Kinderzimmer

Share on Facebook Share on Twitter Share on Google+
BUND warnt vor Mobilfunkanwendungen im Kinderzimmer
10.08.2018 - Hemmungslos nutzt die Elektronikindustrie den Trend zu Funkanwendungen im Kinderzimmer aus. Sensoren mit Funkmodul teilen Eltern den Stand von Feuchtigkeit und Methangehalt in der Babywindel mit, "smarte" Schnuller messen nebenbei die Körpertemperatur und besonders intelligente Sensoren überprüfen, ob das Kind überhaupt noch atmet. Das Babyfon ist im Kinderzimmer längst Standard. Neuerdings lässt sich diese Geräte über eine Smartphone-App bequem ein- und ausschalten. Eines haben alle Anwendungen gemeinsam: sie geben riskante Funkwellen in unmittelbarer Nähe der Kleinkinder ab. Warnhinweise finden die Eltern auf der Verpackung nicht. Und der Gesetzgeber lässt die Industrie ungestört werkeln. Dem Bund Naturschutz (BUND) platzte nun der Kragen. Mit seiner aktuellen Broschüre "Mobilfunk im Kinderzimmer - eine kritische Betrachtung" will die Naturschutzorganisation Eltern aufklären und Politiker wachrütteln. Mit Unterstützung seiner vielen Mitglieder stehen die Chancen dafür nicht so schlecht.

Kleinkinder reagieren auf Funkstrahlung besonders empfindlich

Eine Studie des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms zeigt, dass vor allem bei jüngeren Kindern bestimmte Gewebe und Hirnareale beim Telefonieren stärker betroffen sind als bei Erwachsenen (siehe Bundesamt für Strahlenschutz 2008a). Problematisch ist insbesondere, dass bei jüngeren Kindern die Aufnahme von Funkwellen durch das sich noch entwickelnde Gehirn viel größer ist als bei Erwachsenen (Christ et al. 2007; Abbildung 12). Auch die Strahlenschutzkommission (SSK) bestätigte, dass größere altersbedingte Unterschiede festzustellen sind. Beim Knochenmark des Schädels und beim Auge zeigten sich bei Kindern generell höhere Belastungen (SSK 2011). Auch führt die Anwendung nahe am Kopf bei Kindern zu einer höheren Energieaufnahme, da ihre Schädelknochen im Vergleich zu Erwachsenen dünner sind und ihre Gehirne eine noch höhere Leitfähigkeit haben. Mittlerweile ist bekannt, dass der größte Anteil aller Krebserkrankungen bei Kindern im Knochenmark entsteht - Leukämien und Lymphome sind zusammen für etwa 46 % der Krebsneuerkrankungen verantwortlich. Die Belastung des Knochenmarks von Kindern kann das von Erwachsenen ungefähr um den Faktor zehn übertreffen. "Da Funkstrahlung von Seiten der Weltgesundheitsorganisation (2011) als möglicherweise Krebs erregend (Gruppe 2B) eingestuft wurde, und in einer vom Bundesamt für Strahlenschutz beauftragten Wiederholungsstudie eine tumorfördernde Wirkung bei ständiger Bestrahlung mit UMTS-Signalen im Tierversuch festgestellt wurde (Bundesamt für Strahlenschutz 2015), sollte aus Vorsorgegesichtspunkten eine Belastung von Kindern vermieden werden", führt die Broschüre des BUND weiter aus.

Bestehende Gesetze und Richtlinien schützen Kleinkinder nicht vor elektromagnetischen Feldern

Richtlinien und Leitlinien der EU zur Sicherheit von Spielzeug gehen lediglich von einer akuten Gefahrenabwendung aus, welche durch einen Stromschlag oder Verletzungsrisiken für Augen durch Laser, LED oder andere Arten von Strahlung ausgehen könnte. Elektrisches Spielzeug ist so zu gestalten und herzustellen, dass elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder und sonstige durch die Betriebsmittel erzeugte Strahlungen auf das für den Betrieb des Spielzeugs notwendige Maß beschränkt werden. Dies bedeutet insbesondere, dass lediglich die elektromagnetische Verträglichkeit beachtet werden muss. Die Verfasser der BUND-Broschüre sind der Ansicht, "dass sich ein Bezug zum gesundheitlichen Schutz oder zur Vorsorge aus der Leitlinie nicht ableiten lässt. allenfalls eine technische Minimierungspflicht." Der BUND fordert deshalb: "Für besonders empfindliche Personengruppen, wie Schwangere, Föten und Kinder, muss ein neues Vorsorge- und Schutzkonzept entwickelt werden. Darin sollen weiterreichende gesundheitliche und biologisch wirksame Effekte abgebildet werden."
Solange eine gesetzliche Vorsorgepflicht für die Industrie nicht besteht, müssen die Eltern selbst aktiv werden. Zu deren Aufklärung leistet die Broschüre der Naturschutzorganisation einen wichtigen Beitrag.

Links

BUND-Broschüre Mobilfunk im Kinderzimmer
kinderkrebsstiftung.de Krankheitsbilder
Richtlinie 2009/48/EG des Europäischen Parlaments über die Sicherheit von Spielzeug







 


bitte teile den Inhalt dieser Seite