Baubiologie und Oekologie

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Bayreuth, 21.11.2017

 

BTEX-Aromaten sind ein riskantes Quartett

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BTEX-Aromaten sind ein riskantes Quartett
10.08.2015 - Zu den BTEX-Aromaten gehören die aromatischen Kohlenwasserstoffe Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylol. Sie haben viele Eigenschaften gemeinsam – leider sind sie alle mehr oder weniger gesundheitsschädlich. Wer die Dämpfe einatmet, kann an Schwindel und Atemnot leiden, Kopfschmerzen oder Orientierungsstörungen bekommen. Benzol ist sogar als krebserregend und erbgutschädigend eingestuft. BTEX-Aromaten sind kaum wasserlöslich und verbleiben deshalb sehr lange im Naturkreislauf. Die berechtigte Frage lautet: warum werden sie dann überhaupt noch verwendet?

Nützliche Helfer für die Industrie

Die BTEX-Aromaten haben ihren Nutzen in der Synthese mit anderen Verbindungen und werden dadurch wieder zu Ausgangsstoffen für weitere Verbindungen, z.B. Styrol, Phenol und Anilin. In folgenden Endprodukten aus Kunststoff sind sie zu finden: Technische Lösemittel, Polystyrol, Epoxidharze oder Lacke. In geringen Mengen werden Sie dem Benzin beigemischt, um das Klopfen im Motor zu verhindern. Die Verwendung von Benzol wurde in Deutschland inzwischen weitgehend eingeschränkt: benzolhaltige Mischungen dürfen nur noch 0,1% enthalten. Im Kraftstoff ist ein Volumenanteil von bis zu 1% zulässig.

BTEX-Aromaten bei der Innenraumanalytik

Die genannten Kohlenwasserstoffe gehören zu den flüchtigen organischen Substanzen (VOC). Sie werden durch gängige Luftprobenahmen, z.B. mit Tenax, aufgenommen und im Labor analysiert. Gemäß Empfehlung der AGOEF gelten folgende Richtwerte, definiert als Zielwert I und Zielwert II. In Klammer nach der Stoffbezeichnung sind die CAS-Nummern vermerkt, anhand derer weitere Informationen aus GESTIS-Datenbank abrufbar sind.

Benzol (71-43-2)     2 / 4
Toluol (108-88-3)     12 / 49
Ethylbenzol (100-41-4)     3 / 13
o-Xylol (95-47-6)     2 / 14

In Privaträumen können die BTEX-Aromaten für die eingangs beschriebenen Symptome verantwortlich sein. Nach Renovierungsarbeiten sind Raumluftbelastungen durch Bodenbelagskleber, Lösungsmittel oder Teppichböden möglich. Kunstharzbeschichtungen sind eher in Tiefgaragen oder Industriehallen zu finden. Wer an stark befahrenen Straßenkreuzungen wohnt, sollte die Raumluftwerte gelegentlich überprüfen lassen. Nicht zu vergessen ist die Schadstoffbelastung durch selbst verursachten Zigarettenrauch.

Weitere Informationen

Anhand der oben genannten CAS-Nummern lassen sich weitere Informationen in der GESTIS-Stoffdatenbank über das Suchfeld abrufen.