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Bayreuth, 15.12.2018

 

Amerikanische Kinderärzte warnen vor Umweltgiften in Verpackungen

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Amerikanische Kinderärzte warnen vor Umweltgiften in Verpackungen
28.07.2018 - In der Kritik stehen vor allem Klebstoffe und Beschichtungen, die in Lebensmittelverpackungen Verwendung finden. Die im Material enthaltenen Phthalate und Bisphenole stehen in dringendem Verdacht, Veränderungen im Hormonsystems des Körpers zu bewirken. Mehr als 60.000 Kinderärzte sind in der American Academy of Pediatrics organisiert. In einer Grundsatzerklärung fordert diese Vereinigung die US-Regierung auf, sowohl den rechtlichen Rahmen für die Zulassung der Verpackungen zu ändern als auch die Prüfkriterien zu überarbeiten. Dr. Leonardo Trasande, Abteilungsdirektor an der New York University School of Medicine und Hauptautor der Stellungnahme, beklagt insgesamt einen zu sorglosen Umgang der Aufsichtsbehörden mit den Verpackungsgiften.

Vier gefährliche Stoffe für das Hormonsystem

Das Potential für Störungen des endokrinen Systems ist besonders in den frühen Lebensjahren von großer Bedeutung, wenn die Programmierung von Organsystemen für eine dauerhafte und lebenslange Störung anfällig ist. Die internationalen medizinischen und wissenschaftlichen Gemeinschaften haben in mehreren kürzlich erschienenen wegweisenden Berichten auf diese Themen aufmerksam gemacht. Folgende Chemikalien werden mit steigender Besorgnis betrachtet: Bisphenole dienen zur Auskleidung von Metalldosen, um Korrosion zu verhindern. Unter diese Stoffgruppe fallen auch Epoxidharze in Lebensmittel- und Getränkedosen, die eine Störung der Nervenentwicklung herbeiführen können. Phthalate werden oft in Klebstoffen, Schmiermitteln und Weichmachern während des Herstellungsprozesses verwendet oder in Endprodukten wie durchsichtigen Plastikhüllen. Darin enthaltene Obesogene, sind in der Lage die Funktion des Fettstoffwechsels zu beeinflussen, oxidativen Stress auszulösen oder das Herz zu schädigen. Perfluoralkylchemikalien (PFCs), die in fettdichtem Papier und Verpackungen Anwendung finden, sind unter anderem verantwortlich für die Schwächung des Immunsystems, endokrine Störungen und obesogene Aktivitäten. Weiterhin genannt wird Perchlorat, ein antistatisches Mittel für Kunststoffverpackungen, welches auch als Abbauprodukt von Bleichmitteln zur Reinigung von Geräten für die Lebensmittelherstellung vorkommt. Das Störpotential von Perchlorat liegt in der Unterbrechung der Hormonproduktion in der Schilddrüse. Nitrate und Nitrite sind direkte Zusatzstoffe für Lebensmittel als Konservierungsmittel und Farbverstärker, insbesondere für Fleischprodukte. Diese Stoffe stehen im Verdacht, Krebs auszulösen und die Schilddrüsenfunktion zu unterbrechen.

Auf drei Aktionsebenen soll das Problem angegangen werden

Dr. Leonardo Trasande plädiert erstens für eine breitere soziale Aktion, in der die Öffentlichkeit eine Veränderung fordert. Auf der zweiten Schiene sollen die Kinderärzte aktiv werden und drittens sind die Regulierungsbehörden gefordert, um eine bessere Sicherheit zu gewährleisten. Die Akademie hat die Regierung aufgefordert, das Verfahren "Generally Recognized As Safe" (GRAS) zu überarbeiten, es transparenter zu machen und zusätzliche Tests auf Toxizität vor der Zulassung von Chemikalien zur Verwendung in Lebensmitteln zu fordern. An die Konsumenten appelliert Trasande:
"Es gibt sichere und einfache Schritte, die Familien ergreifen können, um ihre Exposition zu begrenzen: Reduzierung von Lebensmitteln in Dosen und Vermeidung von Mikrowellenkost. Verzehr von frischem Obst und Gemüse im Gegensatz zu anderen stark verarbeiteten oder verpackten Lebensmitteln. Die Forderung gilt nicht nur hinsichtlich der unterschiedlichen Nährstoffqualität, sondern auch wegen der viel größeren chemischen Kontamination in Fast Food und anderen verpackten Lebensmitteln."
Eine Ausnahme ist, wenn die Kunststoffe als "biologisch" oder "Greenware" gekennzeichnet sind, was bedeutet, dass sie auf Mais basieren und nicht mit Bisphenolen hergestellt werden. Wenn möglich, sollten Behälter aus Glas oder Edelstahl anstelle von Kunststoff verwendet werden.
Kinderärzte könnten die Eltern bei den oben genannten Maßnahmen unterstützen, wohl wissend, dass ärmeren Familien manchmal Grenzen gesetzt sind. Auf jeden Fall sollten Ärzte Erziehungsberechtigte dazu ermutigen, vor dem Umgang mit Lebensmitteln die Hände zu waschen und ebenso alle Früchte und Gemüse sorgfältig zu waschen, falls diese nicht geschält werden können.

Links

Grundsatzerklärung Ärztevereinigung (englisch)
CNN Pediatricians group urges parents to avoid these chemicals
https://aesirsports.de/ Chemikalien in der Nahrung
Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart
lebensmittel-warenkunde.de/

Bildquelle: fotalia.de #214715115 © blueringmedia








 


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