Baubiologie und Oekologie

Gesundes Wohnen und Arbeiten

Bayreuth, 28.01.2023
Begriff und Erläuterung
Holz zerstörende Pilze

Unterscheidung nach dem Abbautyp

Braunfäule

Braunfäuleerreger sind am häufigsten in Gebäuden auftretenden Holz zerstörenden Pilze. Sie bauen primär Cellulose/Hemicellulose ab, während Lignin lediglich modifiziert wird und übrig bleibt. Das typische Zerstörungsbild bei einer Braunfäule ist eine dunkelbraune Verfärbung des Holzes und ein Zerfall des Holzes quer zur Faserrichtung, der als sogenannter Würfelbruch erscheint. Dieses Bild hat zu der früher gebräuchlichen Bezeichnung Destruktionsfäule geführt.

Weißfäule

Weißfäuleerreger bauen bei der sogenannten Simultanfäule Lignin, Cellulose und Hemicellulose zu etwa gleichen Anteilen ab. Bei der Simultanfäule zerfällt das Holz längsfaserig, verliert sehr stark an Gewicht und wird stark aufgehellt. Für dieses Erscheinungsbild war früher auch der Begriff Korrosionsfäule gebräuchlich. Beim präferentiellen Ligninabbau bzw. der sukzessiven Weißfäule werden primär Lignin und Hemicellulose abgebaut und Cellulose reichert sich entsprechend an. Der Ligninabbau kann so stark ausgeprägt sein, dass praktisch reine Cellulose übrig bleibt und das Holz schneeweiß erscheint.

Moderfäule

Von Moderfäulepilzen wird primär der Celluloseanteil des Holzes abgebaut, während das Lignin weitgehend erhalten bleibt und wie bei der Braunfäule chemisch modifiziert wird. Moderfäulepilze benötigen eine sehr hohe Holzfeuchtigkeit. Ursprünglich wurde dieser Abbautyp an Holz, das dauernd der Feuchtigkeit ausgesetzt ist (z. B. Kühltürme, Wasserbauten) bzw. zusätzlich Erdkontakt hat (z. B. Masten), beschrieben. Das Erscheinungsbild einer Moderfäule ist dem der Braunfäule durchaus ähnlich. Wenn das Holz trocken ist, zerfällt es ebenfalls würfelbruchartig. Die Oberfläche ist dunkel (bis schwarz) bis manchmal silbrig glänzend verfärbt. Im feuchten Zustand ist die Holzoberfläche eher modrig und weich bis schmierig, woher der Begriff Moderfäule stammt. Als wichtige Moderfäuleerreger sind aus der Klasse der Ascomyceten Chaetomium spp. und unter den Deuteromyceten Trichoderma spp., Phialophora spp., und Paecilomyces spp. zu nennen. Es handelt sich bei diesen Pilzen um Schimmelpilze.

Der Echte Hausschwamm

Serpula lacrymans kann schon bei relativ niedriger Holzfeuchte wachsen und sogar nahezu trockenes Holz angreifen, wenn er gleichzeitig in einem anderen Bereich mit höherer Feuchte angesiedelt ist. Mithilfe des Strangmyzels bzw. der sogenannten Stränge kann sich der Echte Hausschwamm über weite Strecken ausbreiten und dabei auch holzfreie Stoffe viele Meter überwachsen. Er durchwächst dabei z. B. auch Mauerwerksfugen bzw. Wände, Schüttungsmaterialien sowie Versorgungskanäle und Leitungsschlitze. Der Echte Hausschwamm benötigt als Nahrungsgrundlage organische Substanzen und ernährt sich nicht aus dem Mauerwerk. Neben Holz kann er andere cellulosehaltige Substanzen wie z. B. Tapeten, Bücher, Rohrgeflechte ober selbst Leder und Kartoffeln angreifen. Mauerwerk spielt allerdings eine besondere Rolle, da der Pilz offensichtlich auf die alkalischen Baustoffe wie Mörtel, Putz u. a. angewiesen ist. Serpula lacrymans reagiert sehr empfindlich auf Zugluft. Deshalb wächst er gerne im Verborgenen.

Mehr Infos zu Holz zerstörenden Pilzen

https://umweltmykologie.de
https://www.baubiologie-regional.de/news/bei-echtem-hausschwamm-klingeln-die-alarmglocken-898.html


 
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Aktualisiert: 24.07.2022

 


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