Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 03.12.2020
Baubiologisches Glossar
Begriff und Erläuterung
Kalkfarben

Kalkfarben bestehen aus verdünnter Kalklauge. Angeboten werden Luftkalke (z.B. Weißkalkhydrat, Dolomitkalkhydrat) oder hydraulische Kalke (Wasserkalkhydrat, hydraulischer Kalk, hochhydraulischer Kalk).

Naturfarbenhersteller bieten auch Sumpfkalk an.

Man bekommt Kalkfarben in der Regel in ansetzfertiger Form als Pulver, Luftkalkfarben auch pastös eingesumpft.
Zum Abtönen sind nur kalkechte Buntpigmente geeignet. Starke Farbtöne sind nicht möglich, weil Kalkfarben Pigmente nur bis maximal 5 % binden.

Hydraulische Kalke sind wetterbeständiger als Luftkalke.
Luftkalke binden allein durch Aufnahme von Kohlendioxid aus der Luft in Anwesenheit von Wasser ab. Sie erhärten also nur an der Luft.

Hydraulische und hochhydraulische Kalkfarben binden zunächst durch Kohlendioxid aus der Luft, vor allem aber durch Aufnahme von Wasser ab. Nach einigen Stunden erhärten sie auch unter Luftabschluss.

Kalkfarbenanstriche sind deshalb besonders sorgfältig vor zu raschem Austrocknen zu schützen; sie härten sonst nicht richtig aus und es kommt zu Abplatzungen oder Abkreidungen.

Kalkfarben ergeben körnige, fast porös wirkende Oberflächen; sie bilden keine Filme. Man verwendet sie innen und außen auf Kalk-, Kalk-Zement- und Zementputzen, auf Schalungsbeton, gebrannten und ungebrannten Mauersteinen (nur innen), an Fassaden, Wänden und Decken. Sie eignen sich nicht für Holz- und Metalluntergründe.

Sie sind feuchtigkeitsunempfindlich und wirken desinfizierend und fungizid, deshalb eignen sie sich für Küchen, Bäder, Keller und Lagerräume.

Geringe Zusätze von Leinöl (bis 0,5 %) verbessern die Streichfähigkeit und Wetterfestigkeit. Die Wetterfestigkeit erhöht sich ebenfalls bei Zusatz von Kasein oder Wasserglas.

Für Innenanstriche kann man statt des Leinöls auch Zelluloseleim zusetzen, allerdings ist der Anstrich dann nicht mehr feuchtigkeitsfest.


 
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Aktualisiert: 31.07.2010

 


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