Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 14.12.2017
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Frage und Antwort:
Welche Emissionen sind von Brettstapeldecken zu erwarten ?

Antwort:

Zunächst ist festzustellen, dass Brettstapeldecken nicht zwangsweise verleimt sein müssen. Es gibt auch genagelte oder gedübelte Brettstapeldecken.

Falls sie verleimt sind, wird i.d.R. PU-Leim (Isocyanatproblematik) oder Melaminkleber verwendet. Melaminharze emittieren Formaldehyd.

Bei den weiteren Ausführungen gehen wir davon aus, dass es sich um eine melaminharzverleimte Brettstapeldecke handelt. Bei verleimten Brettstapeldecken liegt der Leimanteil bei rund 2 %, das ist nicht sehr viel; der Leimanteil von Spanplatten liegt z.B. bei ca. 10 %. Aufgrund der großen Dicke einer Brettstapeldecke ist allerdings mit ähnlichen Formaldehydemissionen zu rechnen, wie sie z.B. durch eine Verkleidung mit entspr. verleimten Spanplatten auftreten.

Dem IBN liegen leider keine konkrete Messergebnisse für Brettstapeldecken vor. Messungen in Räumen mit einzelnen Brettschichtholzbalken ergaben relativ geringe Werte von etwa 0,02 bis 0,05 ppm. Entsprechend könnte eine neue melaminharzverleimte Brettschichtholzdecke Formaldehydemissionen von deutlich über 0,05 ppm erreichen, was entsprechend dem Standard für Messtechnik als eindeutig gesundheitsschädlich bewertet werden kann.

Autor: Arch. Winfried Schneider, IBN
Quelle: Forum von www.baubiologie.de

 
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Aktualisiert: 12.04.2009