Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 31.05.2016


Altershausen - beispielhafte ökologische Dorferneuerung

Das Leitbild für die Dorferneuerung stand und steht noch unter dem Motto "Ökologische Gemeinschaft - gemeinschaftliche Ökologie". Im Hinblick auf ein "reifes" Ökosystem
hat der 290 Seelen-Ort schon viel erreicht. Der kleine Ort kann heute die Früchte der gemeinschaftlichen Planung und Umsetzung innerhalb der Dorfgemeinschaft ernten
und als Vorbild für andere Gemeinden gelten.

Bitte stellen Sie weitere gelungene Projekte der Dorf- oder Stadterneuerung im Forum Baubiologie vor oder nehmen Sie per Email oder telefonisch unter 0921-7412744 Kontakt mit uns auf.
     
Altershausen im Landkreis Königsberg i. Bay. Altershausen liegt in Bayern - innerhalb der Region Main-Rhön, einem Gebiet, dessen Struktur zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen nachhaltig gestärkt werden soll. Der Ort am Rande des Haßbergtraufs hat etwa 290 Einwohner. Seit der Gemeindegebietsreform 1978 ist Altershausen einer von 12 Ortsteilen der Stadt Königsberg in Bayern. Bedingt durch den Verlust örtlicher Infrastruktureinrichtungen wie Schule, Wirtshaus und Lebensmittelläden nimmt der Mobilitätszwang zu. Gleichzeitig besteht durch den Funktionsverlust "Arbeit" im Dorf die Gefahr, den dörflichen Zusammenhalt und die dörfliche Identität zu verlieren. Altershausen konnte durch mehrere verzahnte Projekte und die damit verbundene starke Einbindung der Bevölkerung dem drohenden Identitätsverlust wirksam begegnen.
       
Im Heizraum der Biomasse-Anlage Die Biomasse-Heizanlage versorgt mit Nahwärme über zwei Drittel des Altdorfes, das gegenwärtig entstehende Neubaugebiet und das kürzlich fertiggestellte Gewerbegebiet. Als Brennstoff werden Ganzpflanzen, Stroh, Gräser sowie Hackschnitzel und Reststoffe der Land- und Forstwirtschaft eingesetzt. Der Biomassebedarf zur Grundlastversorgung beträgt 650 bis 700 Tonnen. Der wassergekühlte Tunneldurchbrandofen ist gut für den Mischbetrieb Stroh-Häckselgut geeignet.
Durch das Biomasse-Heizwerk können jährlich 170.000 bis 200.000 Liter Heizöl eingespart werden. Dadurch verringert sich der CO2-Ausstoß um 400 t pro Jahr. Die Spitzenlast im Endausbau beträgt 1.684 kW, die notwendige Mindestkesselleistung ist 1.100 kW.
       
Aktive Dorfgemeinschaft Die Pflanzenkläranlage ist ein Gemeinschaftswerk von Planern, Behörden und der Dorfgemeinschaft von Altershausen. Die Kläranlage wurde auf 400 Einwohnergleichwerte ausgelegt. Bei einem Bedarf von 10 m2 je Einwohner ergibt sich eine erforderliche Beetfläche von 4.000 m2. Das anfallende häusliche Schmutz- und Regenwasser wird nach der Vorreinigung im Vorklärbecken auf sechs Beete verteilt. Der mit Schilf gewachsene Bodenkörper wirkt dabei als Filter. Die Altershäuser haben tatkräftig zusammengearbeitet und die Wurzelraumkläranlage in Eigenleistung bepflanzt. Die Herstellungskosten für die Anlage beliefen sich auf rund 0,55 Mio. Euro.
      
Häuser im Ökobau-gebiet Das ökologische Baugebiet "An den Röthen" umfaßt 2,3 ha und grenzt im Norden und Westen an die freie Flur, im Osten vollständig an die bebaute Ortslage.
Grundsätzlich sollten zwei Bedingungen gelten: Anschluss an das Nahwärmenetz und die Verwendung von ökologischen Baustoffen. Da weitreichende ökologische Festsetzungen im Bebauungsplan rechtlich kaum möglich sind, wurden Konkretisierungen zwischen der Stadt und den Bauherren privatrechtlich geregelt. Jeder Bauherr hinterlegt 15 T-EUR Bankbürgschaft, die durch erledigte Baumaßnahmen anhand einer Positivliste wieder abgelöst werden kann. > siehe Positivliste
     
Ökologischer Gewerbebetrieb Ökologische Gewerbeansiedlung - Willkommen bei der Firma Benkert
Der bisherige Firmensitz war ein großer Gutshof, der mit hohem Einsatz komplett renoviert wurde. Aus den alten Sandsteingemäuern konnten die Firmeninhaber erfahren, wie Langlebigkeit von Gebäuden entstanden ist und heute noch entsteht. Die anstehende Erweiterung der Produktionsfläche machte ein Absiedeln aus dem Naturschutzgebiet notwendig. Der neuen Produktionshallen sind energetisch optimiert und nach dem Gewächshausprinzip mit einer Glaskonstruktion als Energiefalle überdacht. Das Gebäude gewinnt vorallem in der kalten Jahreszeit viel solare Energie.