Baubiologie und Oekologie

Gesundes Bauen und Wohnen

Bayreuth, 29.07.2016

 

Knisternde Spannung auf der Matratze

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Knisternde Spannung auf der Matratze
30.01.2016 - Auf Staub reagiert Beate Frenzel sehr empfindlich. Ihre neue Matratze soll daher besonders für Allergiker geeignet sein. Lange recherchiert sie im Internet und findet schließlich eine Kaltschaummatratze, welche der Anbieter als "Allergiker-freundlich" beschreibt. Seit einem halben Jahr schläft Frenzel nun auf der neuen Unterlage und wundert sich, dass sich ihre Stauballergie mehr und mehr verschlimmert. Eine plausible Erklärung für die Symptome findet sie nicht. Was läuft hier falsch?

Kunststoffbezüge sind elektrisch aufgeladen

Der beauftragte Fachmann misst auf der Matratze im Schlafzimmer die Oberflächenspannung. Das Messgerät zeigt Werte von 1.000 Volt und mehr an. Die baubiologischen Richtwerte stufen diese Spannung als stark auffällig ein. Natürliche Materialien würden Spannungen von maximal 100 Volt erzeugen. Die Matratze von Beate Frenzel hat vermutlich eine synthetische Oberfläche. Ein Blick in die Produktbeschreibung bestätigt die Annahme des Baubiologen: Der Matratzenkern besteht aus Polyurethan und der Bezug wurde aus Polyester hergestellt.

Oberflächenspannung zieht den Staub an

Ein praktisches Beispiel für elektrostatische Aufladungen sind die Computermonitore. Kaum sind sie gereinigt, bildet sich nach wenigen Tagen erneut eine dicke Staubschicht auf der Oberfläche. Allgemein verschlechtert Elektrostatik das gesamte Raumklima, da der Staub angezogen und verwirbelt wird. Folgende Kunststoffe sind elektrisch negativ geladen: Polyacrylnitril (PAN), Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyvenylchlorid (PVC). Produkte aus diesem Bestandteilen sollten im Haushalt gemieden werden. Dagegen sind natürliche Stoffe aus Holz, Lehm, Hanf, Kokos oder Baumwolle im elektrischen Gleichgewicht. Ein weiteres Beispiel für Elektrostatik im Alltag: Wer kennt nicht den schmerzhaften Schlag beim Griff an die Türklinke, wenn man vorher mit Kunststoffsohlen über den Synthetikteppich gelaufen ist.

Tipps für Staub-Allergiker

Trockene Luft weist eine höhere Luftelektrizität auf als feuchte. Eine relative Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent ist optimal. Ein Hygrometer zur Messung der Luftfeuchtigkeit ist nicht teuer und gehört in jede Wohnung. Mehrfaches Lüften am Tag sorgt nicht nur für genügend Sauerstoff, sondern trägt auch zu einen gesunden Elektroklima bei. Der Schlafraum sollte sparsam eingerichtet sein. Grundsätzlich gilt: was im Zimmer nicht vorhanden ist, kann sich nicht elektrisch aufladen. Hier muss konsequent entrümpelt werden. Besonders Plastiktüten unter dem Bett und auf den Schränken sind für Allergiker tabu. Konsequenterweise sollte Beate Frenzel die negativ geladene Kaltschaummatratze nicht mehr verwenden.

Weiterführende Links

www.kleinwaechtergmbh.de
de.wikipedia.org/wiki/Elektrostatische_Entladung