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Bayreuth, 23.07.2016

 

Selbitzstudie bestätigt bisherige mobilfunkkritische Forschungsergebnisse

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Selbitzstudie bestätigt bisherige mobilfunkkritische Forschungsergebnisse
23.01.2010 - Selbitz – Rund 120 Zuhörer fanden sich in der Turnhalle der Selbitzer Hauptschule ein, um die Ergebnisse der Vorabveröffentlichung der aktuellen Mobilfunkstudie von Dr. Horst Eger aus Naila aus erster Hand zu erleben. Oberfranken-TV, Pressevertreter und überregional angereiste Mobilfunkinitiativen zeigten die Bedeutung der Veranstaltung auf, die von Bürgermeister Klaus Adelt (SPD) moderiert wurde.

Ziel der Untersuchung war es, anhand von strukturierten Fragenbögen Rückschlüsse auf gesundheitliche Beschwerden im Umkreis der Mobilfunksendeanlage in der Selbitzer Feldstraße 28/30 zu erhalten. An diesem Standort sind mehrere Antennen installiert.

Anfang 2009 wurden 1080 Fragebögen an Einwohner über achtzehn Jahre verteilt. Diese hatten 88 Gesundheitsfragen zu beantworten. Unterstützt wurde die Aktion von den Selbitzer Ärzten Dr. Manfred Jahn, Dr. Irmgard Müller, Dr. Max Feldwieser, Dr. Stefan Richter und Sabine Berkowski sowie den Schauensteiner Medizinern Dr. Klaus Brömel und Dr. Mirsada Prozder.

251 gültige Fragenbögen wurden Anfang Februar 2009 zurückgegeben. Mitarbeiter der Selbitzer Stadtverwaltung erfassten die von Dr. Eger anonymisierten Daten in einer Tabellenkalkulation.

Die Befragten waren in fünf Gruppen eingeteilt: Die erste Gruppe wohnte bis zu 100 Meter von der Mobilfunkanlage entfernt, die zweite zwischen 100 und 200 Meter, dann zwischen 200 und 300 Meter, 300 und 400 Meter und ab 400 Meter, das war die „Kontrollgruppe“. Den Probanden war diese Vorgehensweise bewusst nicht klargemacht worden, um eine Beeinflussung von vornherein zu vermeiden.

Die insgesamt 88 Gesundheitsbeschwerden waren auf einer sechsstufigen Skala zwischen 0 und 5 abgefragt worden – von Schlafproblemen, chronischer Erschöpfung, Kopfschmerz, Nervosität, Hitzegefühl, Gereiztheit, depressiver Stimmung und Panikattacken bis hin zu Konzentrationsstörungen, Gelenk- und Muskelschmerzen, allergischen Reaktionen, Herzrasen, Erhöhung des Blutdrucks, Schwindelgefühl, Augenproblemen und Verdauungsstörungen.

In einer Pressemitteilung wurden die Ergebnisse der Studie von Dr. Eger zusammengefasst:

„Die vorliegende Arbeit zeigt bei den Studienteilnehmern signifikant höhere Beschwerdeangaben in der Nähe der untersuchten Mobilfunksendestation. Die vorgestellten Ergebnisse sind zur Veröffentlichung eingereicht und befinden sich im peer review Prozess, in dem auch methodische Grenzen der Untersuchung diskutiert werden. Nach der Publikation können wir die anonymisierten Daten wissenschaftlichen Instituten zur Verfügung stellen.

Die gefundenen Ergebnisse stehen im Einklang mit Untersuchungen aus der Betriebsmedizin (Professor Hecht) sowie Studien aus Frankreich, Spanien und Ägypten bei Anwohnern von Mobilfunksendestationen. In Deutschland liegen dem Bundesamt für Strahlenschutz seit 2004 landesbehördliche Gutsachten vor, die auf die Schädigung von Menschen in der Nähe von Mobilfunksendestationen hinweisen. Eine valide Abklärung ist bei diesen Personen bisher nicht erfolgt.

Aus ärztlicher Sicht appellieren wir jetzt an die zuständigen Behörden mit allen technischen und finanziellen Mitteln umgehend in Selbitz eine verblindete Kontrolluntersuchung mit Senderabschaltung durchzuführen.

Dass Mobilfunkfelder als Stressfaktor auf Menschen einwirken können, zeigte 2008 die Westsächsische Hochschule Zwickau (Professor Heiland) auf. Die verwendete Messtechnik – ähnlich einem Langzeit-EKG - ist inzwischen für Patienten verfügbar. Aus ärztlicher Sicht sollte dieses Verfahren auf freiwilliger Basis eingesetzt und von offizieller Stelle finanziert werden.

Naila, 22.1.10, Dr. med. Horst Eger, Ärztlicher Qualitätszirkel ‚Elektromagnetische Felder in der Medizin – Diagnostik, Therapie, Umwelt‘, Nr. 65143, Bayerische Landesärztekammer.“

Die Studie als Powerpointpräsentaion ist als CD bei der Stadt Selbitz für 15,00 EUR unter der Telefonnummer 09280-6020 erhältlich. Der Geldbetrag kommt einer sozialen Einrichtung zugute. Besonders bleibt zu erwähnen, dass die Studie von allen Beteiligten ehrenamtlich durchgeführt wurde.

Link zum Fernsehbericht von TVO: www.elektrosmog.tv

Joachim Weise, Baubiologie Regional