200.000 Preisgeld für europaweiten Architekturwettbewerb
Am 1. 8. 2001 begann die Auslobung des EU-Wettbewerbs Energieoptimierte und
ökologische Stadtsanierung. Es ist einer der größten durch die Europäische
Kommission geförderten Bauwettbewerbe. Acht Kommunen aus sechs europäischen
Staaten sind beteiligt. Als Schirmherren unterstützen den Wettbewerb der
Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen Kurt Bodewig, MdB Dr. Herrmann Scheer
(EUROSOLAR, Träger des alternativen Nobelpreises), Deutschland, und aus Ungarn der
Minister für Wirtschaft Dr. György Matolcsy.
Beim Wettbewerb Ökologische und energieoptimierte Stadtsanierung sind Aufgaben
zu bearbeiten, die europaweit besonders in Klein- und Mittelstädten relevant sind.
Dort geht es um die Sanierung von alten Fabriken, innerstädtischen Wohn- und
Mischgebieten und um die Neubebauung der revitalisierten Flächen. Herausforderung ist
dabei die EU-Aktion 100 Communities. Um die Umweltbelastungen und die
Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren, hat die Europäische Kommission
eine ambitionierte Aktion gestartet, mit der bis 2010 etwa 12 % des europäischen
Energieverbrauchs von regenerativen Energieträger erzeugt werden soll. Europaweit
unterstützt Brüssel dabei einhundert Städte und Gemeinden, die dieses Ziel konkret
unterstützen. Darunter sind auch die acht Kommunen des Revitalisierungswettbewerbs. Für
sie sollen energieoptimierte Planungs- und Baukonzepte entwickelt und umgesetzt werden,
bei denen der Energiebedarf der zwei bis 16 ha großen Wohn- und Gewerbegebiete bis zu 100
% aus regenerativen Energiequellen erzeugt wird.
Diese Herausforderung übersteigt weit die Aufgaben, die herkömmliche Planungen stellen. Die
enge Zusammenarbeit von Architektur- und Ingenieurbüros, Energetikern und Ökonomen ist
gefragt, um bei Objekten dieser Größe zu eleganten technischen Lösungen zu
kommen, die wirtschaftlich sinnvoll zu realisieren sind. Die wesentlichen Aufgaben der
Wettbewerbe sind die Minimierung des Primärenergiebedarfs, die verstärkte Nutzung
regenerativer Energiequellen, die Annäherung an den Passivhaus-Standard und die
Verwendung neuer, ökologischer Baustoffe und Bauprodukte sowie die Umsetzung innovativer
Bauverfahren.
Eines der wichtigsten Ziele ist der europaweite Austausch von Ideen, Konzepten und
Erfahrungen. Dabei geht es nicht nur um die Planung: gesucht werden auch
Nutzungskonzepte, die die Schaffung von Arbeitsplätzen ermöglichen.
Für Kaiserslautern werden Ideen zur Umgestaltung des Messeplatzes und seiner Umgebung,
insgesamt eine Fläche von 16,4 ha, gesucht. Die Städte Weiz und Kapfenberg, beide in der
Steiermark in Österreich, wollen ein zentrales Quartier revitalisieren. Auch Binissalem
auf Mallorca/Spanien erwartet von dem Wettbewerb Ideen für die Neugestaltung des
Stadtzentrums. Das Ziel der sächsischen Städte Glauchau und Plauen ist die
Wiederbelebung von zwei zentral gelegenen Industriebrachen. Zeithain, ebenfalls in
Sachsen, und Gödöllö in Ungarn haben die Sanierung großer Plattensiedlungen als
Wettbewerbsaufgabe gestellt.
Initiatoren des Wettbewerbs sind das Regierungspräsidium Chemnitz/Sachsen und das
Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport in Nordrhein-Westfalen. Die
konkreten Aufgaben werden von den Stadtverwaltungen betreut, die dabei von verschiedenen
Universitäten und Umweltverbänden, u.a. den Technischen Universitäten Chemnitz und
Dresden, dem Institut Wohnen und Umwelt, Darmstadt und der Bauakademie Gödöllö, Ungarn,
unterstützt werden. Koordinator ist der Initiativkreis Bauen und Umwelt e.V.,
Chemnitz.
Die Auslobung sowie alle weiteren Termine sind seit 1. August 2001 abrufbar unter der
Webadresse www.eu-competition.org
Fragen beantwortet:
Horst Erichsen: +40-81.79.91 / Fax: +40-81.79.51
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